Zukauf
26.06.2012
Milliardenkauf Yammer: Warum sich Microsoft das "Facebook fürs Büro" angelt
Mit sozialen Netzwerken hatte Microsoft bislang nichts am Hut. Sieht man mal von einer kleinen Beteiligung an Facebook ab, hat der weltgrößte Softwarekonzern bislang eher den anderen das Feld überlassen. Doch damit ist es jetzt vorbei. Für die Übernahme des sozialen Netzwerks Yammer nimmt Microsoft einen Milliardenbetrag in die Hand. HORIZONT.NET erklärt, warum.
Für Steve Ballmer ist die Übernahme von Yammer ein Meilenstein. Die Akquisition zeige, dass Microsoft Technologie anbieten wolle, die "von Unternehmen benötigt und von den Menschen geliebt" werde, schwärmt der Microsoft-Chef. Dass Microsoft satte 1,2 Milliarden US-Dollar in bar für ein soziales Netzwerk zahlt, das gerade einmal 5 Millionen Nutzer hat, ist aber schon überraschend. Allerdings hat Ballmer für die Milliardeninvestition gute Gründe.
Zudem kann sich Microsoft mit dem Zukauf von Yammer gegen die Attacken durch eine Vielzahl von Konkurrenten wappnen. Start-ups wie Box, Jive Software und Basecamp bieten inzwischen ebenfalls Lösungen fürs Büro an, die die Stellung von Microsoft im Bereich der Bürosoftware langfristig bedrohen könnten. Auch größere Wettbewerber wie der Cloud-Anbieter Salesforce.com und Oracle haben sich kürzlich durch Zukäufe im Bereich Social Media gestärkt. So hat Salesforce.com den auf Social Media Marketing fokussierten Anbieter Buddy Media übernommen. Oracle hatte Anfang Juni den auf Social Media Plattformen spezialisierten Cloud-Anbieter Collective Intellect geschluckt.
Mit den Produkten von Yammer, das in die Microsoft-Sparte Office integriert wird, wird Microsoft in die Lage versetzt, seine Bürosoftware um wichtige soziale Features zu ergänzen, die auch denen von Facebook ähneln. Die Office-Produkte, die einen Großteil zum Gewinn von Microsoft beisteuern, dürften mit der Übernahme somit wettbewerbefähiger werden. mas
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