Soziale Netzwerke
08.06.2012
Entlassungen bei der VZ-Gruppe - Das endgültige Ende für StudiVZ und Co?

VZ-Netzwerke: 20 bis 25 der verbliebenen 70 Mitarbeiter sollen gehen
Wenn man sich bei Mediaplanern und Beratern umhört, wie es derzeit um die VZ-Gruppe steht, hört man vor allem Dinge wie „Gibt’s die überhaupt noch?“ und „Von denen bekommt man gar nichts mehr mit“. Die letzte Agenturroadshow war zu Beginn des Jahres, ist aus dem Markt zu hören. Zu diesem Zeitpunkt wollte die VZ-Gruppe wohl auf eine stärkere Vertikalisierung setzen, von thematischen Netzwerken für Sportler und ältere Menschen ist die Rede. Auch über eine Verkleinerung des Büros wurde in der Branche seit längerem spekuliert.
Update (08.06.2012, 11:00 Uhr): Per Mail bestätigt Holtzbrinck die Gründung der Tochtergesellschaft Devbliss GmbH zum 1. Mai. In dieser wurde das VZ-Technik-Team überführt, heißt es. Primäre Aufgabe ist es, "die Neupositionierung von VZ technisch umzusetzen". VZ-CEO Stefanie Waehlert kommentiert die Neugründung wie folgt: "Mit der Unternehmensgründung werden uns die Ressourcen gegeben, die Neuausrichtung von VZ umzusetzen, obwohl wir uns in einer tiefgreifenden Neuordnung des Unternehmens befinden." Damit sind wohl die angesprochenen Kündigungen gemeint, für die eine Bestätigung der VZ-Gruppe gegenüber HORIZONT.NET weiterhin ausstehen. Außerdem arbeitet das Devbliss-Team in nationalen und internationalen Projekten der Holtzbrinck-Gruppe. Dazu soll das heute etwa 50-köpfige Team künftig weiter ausgebaut werden. Geschäftsführer von Devbliss ist Johann Kempe, CIO der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.
Für kolportierte 85 Millionen Euro hatte Holtzbrinck im Jahr 2007 StudiVZ gekauft, es folgten die Ableger SchülerVZ und MeinVZ. Doch der Erfolg hielt nicht lange: Die Nutzerzahlen brachen ein, als Facebook sich im deutschen Markt etablierte. Im Februar 2012 erreichten die drei Netzwerken zusammen keine vier Millionen Unique User mehr (Internet Facts 2/2012). Zu Hochzeiten, im 2. Quartal 2010, lagen die Nutzerzahlen noch bei 13,65 Millionen (Internet Facts II/2010). Auch die Visits sind nach unten gekracht: Im Mai 2010 erreichten die drei Netzwerke zusammen rund 466 Millionen Visits, April 2012 waren es nur noch 47 Millionen.
Im September 2011 versuchte sich das Netzwerk an einem Relaunch, benannte MeinVZ in FreundeVZ um, doch der Nutzerschwund ließ sich nicht aufhalten. Im Oktober nahm CEO Clemens Riedl den Hut, auf ihn folgte Stefanie Waehlert. Anfang des Jahres machten wieder einmal Verkaufsgerüchte die Runde, doch es fand sich wohl kein Käufer. Nun soll eine erneute Überarbeitung der Seiten kurz bevor stehen. Dass sie den Umschwung bringt, ist nicht zu erwarten. sw
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