Großbritannien
Internet löst TV bald als umsatzstärkstes Werbemedium ab
Dass das Internet als Werbemedium an Bedeutung gewinnt, ist kein Geheimnis. Wie rasant sich der Wandel tatsächlich vollzieht, zeigt jetzt ein neuer Report der Londoner WPP-Tochter Group M für Großbritannien, der in der kommenden Woche vorgestellt wird und HORIZONT.NET bereits vorliegt.
Dem Report zufolge werden die Werbungtreibenden auf der Insel ihre Ausgaben für Online-Werbung im laufenden Jahr noch einmal um gut 30 Prozent auf 3,4 Milliarden Pfund anheben. Damit würden die Onlinevermarkter die Lücke zum traditionell umsatzstärksten Werbemedium TV nahezu schließen. Zwar sollen die Spendings in klassische Fernsehspots auch in diesem Jahr noch einmal minimal ansteigen - um 0,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Pfund. Adam Smith, Futures Director bei der Group M, hat allerdings angesichts der anhaltenden Entwicklung zugunsten von Online-Bannern und Co keine Zweifel daran, dass die Ausgaben fürs Internet in Großbritannien im Jahr 2009 definitiv über denen für TV-Werbung liegen werden. "Das ist in Schweden bereits heute der Fall", so Smith. In Dänemark werde es ebenfalls nicht mehr lange dauern, bis das Internet die TV-Werbung überholt habe.
Eindeutiger Trend
Die Studie der Group M ist nicht die einzige, die dem Internet eine rosige Zukunft voraussagt. Auch Zenith Optimedia geht davon aus, dass das Internet künftig am deutlichsten zulegt, allerdings sieht Zenith in seiner weltweiten Prognose das Web mittelfristig nicht an Position 1. So sollen sich die Investitionen bis 2010 im Vergleich zu 2006 (27,2 Milliarden US-Dollar) mehr als verdoppeln und weltweit auf 60,9 Milliarden US-Dollar steigen. Für 2010 prognostiziert Zenith Optimedia dem Netz 11,5 Prozent Marktanteil und damit den dritten Platz auf der Rangliste der Werbeträger nach TV und Tageszeitungen.
Bereits im Jahr 2007 war das Internet in Großbritannien das einzige Medium, das ein deutliches Wachstum erreicht hat. So steigerten die Werbungtreibenden ihre Investitionen um 33 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund. Zum Vergleich: Das zweithöchste Wachstum kann die Gattung Kino vorweisen, die um 6,8 Prozent auf gerade einmal 171 Millionen Pfund zulegte. Mehreinnahmen erzielten unter anderem auch die TV-Sender (Plus 3,3 Prozent auf 3,5 Milliarden Pfund) und die Anbieter von Außenwerbung (Plus 5,7 Prozent auf 784 Millionen Pfund).
In Deutschland ist die Situation eine andere. Nach den Auswertungen von Group M liegt der Anteil des Internet am gesamten Werbekuchen hierzulande derzeit nur bei rund 10 Prozent - ein Umstand, den Smith auf die mit 50 Prozent noch relativ geringe Verbreitung von Breitband-Zugängen zurückführt. Da in Deutschland der TV-Anteil mit 24 Prozent ebenfalls geringer sei als der in Großbritannien, hält es Smith für wahrscheinlich, dass sich das Wachstum des Internet hierzulande eher zu Lasten von Printwerbung auswirken wird.
- Medien 6. Dezember 2007: Werbung wächst weltweit
- Medien 8. November 2007: VDZ-Studie: Zeitschriftenverlage rechnen mit starken Wachstum im Netz
- Marketing 23. Juli 2007: Nielsen: Im 1. Halbjahr 2007 flossen 474 Millionen Euro in Onlinewerbung
- Digital 15. März 2007: Online-Werbemarkt: Schnelles Wachstum hält an
- Digital 9. Januar 2007: Online-Werbemarkt wächst sprunghaft
- Digital 20. Juli 2006: Bruttoaufwendungen im Online-Markt gehen stark nach oben
- Digital 12. Oktober 2004: Großbritannien: Online-Werbespendings heben ab
- Charts 13. Juni 2007: Onlinewerbung: Entwicklung der Bruttowerbeaufwendungen in Mio. Euro (2004 bis 2007)
- Charts 7. Februar 2007: Onlinewerbung: Werbestatistik nach Segmenten
- Charts 15. Februar 2006: Onlinewerbung: Entwicklung der Online-Werbeausgaben
- Charts 15. Februar 2006: Onlinewerbung: Der deutsche Bruttowerbekuchen
Integration und Umfang
Ich frage mich, wie die klass. Werbung darauf reagiert. Welche Konzepte haben sie für eine integrierte Kommunikation, die das Web gleichberechtigt einbezieht? Das ist umso bedeutender, als im Report nur wenige Werbemaßnahmen betrachtet wurden, im Online- Marketing aber noch einiges mehr dazugehört. Betrachtet man z.B. E-Mail-Marekting, die eigenen Websites etc., hat Werbung im Computer das TV vielleicht schon lange überholt? Mehr dazu hier: http://blog.kmto.de/index.php?itemid=111Bubble 2.0 ist Unwort des Jahres
In den letzten Tagen häuften sich die Analysen, ob von WPP oder JPMorgan und alle hatten nur eine Aussage: Big fat growth! Die stimmen, die letztes Jahr noch den Bubble Burst 2.0 heraufbeschworen haben verstummen nun wohl endlich... Und die aktuell aufkeimenden Rezensionsängste? Auch da ist man sich einig: wenn sie kommt, trifft sie die klassische Werbewirtschaft hart. Online ist jedoch meßbar und damit einhergehend ist der weitere Siegeszug des Performance Marketing begründet.Insellösung?
Es ist schon imponierend, wie weit die Briten in Sachen Internetbusiness und -werbung sind. AUch wenn man Vorhersagen immer mißtrauisch begegnen sollte - gerade wenn es um das Thema Internet geht (die berühmten Studien von Forrester zu New Economy Zeiten wird der eine oder andere noch in Erinnerung haben) - geht vielleicht auch manchem hierzulande das eine oder andere Licht auf. Schön wärs, schön wärs auch, wenn Blätter wie Horizont dem Thema mehr Raum als eine Topstory im Netz geben würden.Weitere Nachrichten aus Digital vom 04.01.2008:
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Auf den ersten Blick ist es eine charmante Idee. Hornbach lässt die Charaktere aus dem Kurzfilm "Das grenzenlose Haus" bei Facebook weiterleben. Mit ganz normalen Profilen und echten Freunden. Damit verwischen sich Grenzen zwischen der Fiktion der Werbung und dem Leben im Web. Ein Problem? weiterlesen
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