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24.09.2009

dmexco: Experten sehen erhebliche Mängel bei digitaler Kreativität


Christian Daul fordert Geduld 

Christian Daul fordert Geduld

In puncto kreative Digital-Kampagnen gibt es hierzulande noch erheblichen Nachholbedarf, da waren sich die Diskutanten auf dem Digital Creativity Summit der dmexco einig. Wer ist daran schuld? Die Panelteilnehmer schoben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media, forderte, der Anstoß für kreative Onlinekampagnen müsse entscheidend von den Agenturen kommen.
 
Karim Attia
, Sprecher des Verbands der Online Media Agenturen (FOMA), leitete die Kritik in Richtung Kunden weiter. Er prangerte vor allem die Mutlosigkeit von Unternehmen an, Neues auszuprobieren: „Der Glaube und Wille bei Werbungtreibenden ist nicht stark genug.“ Peter John Mahrenholz, CEO von Draftfcb Deutschland, argumentierte in die gleiche Richtung. In vielen großen Unternehmen herrsche eine starke Zersplitterung der Medienfachabteilungen vor: „Diese Paralleluniversen sind ein falscher Weg.“ Die Marketer müssten endlich die verschiedenen Perspektiven zusammenbringen. Er kritisiert, dass trotz der neuen Medien immer noch das alte Denken vorherrsche. Meist stehe der direkte Response auf eine Kampagne, der letzte Klick, im Fokus. Kurzfristigkeit sei aber die falsche Perspektive, so Mahrenholz. Er fordert ein langfristiges Denken bei der digitalen Markenkommunikation.
Ähnlich argumentiert Christian Daul. Das konzeptionelle Denken sei noch stark ausbaufähig, so der Geschäftsführer Kreation von Scholz & Volkmer. Wichtig sei, dass man sowohl den inhaltlichen Content als auch die Situationen, in denen der User auf die digitalen Werbemittel trifft, einbezieht, um überhaupt eine langfristige Werbewirkung erzielen zu können. Dem wird auch heute noch nicht adäquat nachgegangen. Das Wissen über die Möglichkeiten, wie digitale Kampagnen aussehen könnten und wie man sie einsetzen kann, stecke noch in den Kinderschuhen. Daul plädiert für mehr Mut und Geduld: „Die ersten 20 Jahre der Printwerbung waren auch nicht das gelbe vom Ei.“ jm
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (6)
blabla sagte am 24.09.2009 um 15:35

Anfänger Daul

Seit wann macht Daul digitale Kommunikation? 50 Tage. Die ersten 20 Jahre Printwerbung darf er gern beurteilen. Im digitalen Geschäft muss er noch beweisen, ob er weiß, wo der Bartel den Most holt. Aber vielleicht gelingt ihm ja online, was er in der Klassik nicht geschafft hat.
plannix sagte am 24.09.2009 um 18:20

blabla > nomen est omen

@blabla: kann es sein, dass sie mit herrn daul eine rechnung offen haben? gehen sie unbedingt auf die nächste dmexco. unterhalten sie sich mit den ausstellern. gehen sie in die seminare. haben sie teil an der messe. Sie werden sehen, so unrecht hat herr daul nicht.
Max sagte am 24.09.2009 um 22:11

Wer Christian Daul kennt...

...der weiß, dass er die Begriffe "strategisches und konzeptionelles Denken" schon in der Klassik gern benutzte - ohne sie selber zu beherrschen. Trotzdem hat er recht: was ich bisher mit "Digitalagenturen" erlebt habe, war technisch nicht schlecht, konzeptionell und strategisch aber erschreckend dilettantisch. Sorry.
blabla sagte am 25.09.2009 um 09:56

Anfänger Daul

Nö, ich habe keine Rechnung offen. Ich finde aber, dass sich Herr Daul als Neuling - und nichts anderes ist er im digitalen Geschäft - erstmal mit eigenen Arbeiten beweisen soll. Dann kann er immer noch kluge Vorträge halten. Aber bitte nicht umgekehrt. Von der Sorte gibt es eh schon genug. Und als konzeptionell kreativer Hotshot ist er ja bisher auch nicht aufgefallen....
blabla sagte am 25.09.2009 um 21:49

Anfänger Daul

Hallo, Max! Machen wir uns nicht vor, konzeptionell und strategisch erschreckend dilletantische Agenturen gibt es auch in der Klassik ohne Ende...
Max sagte am 26.09.2009 um 12:30

@ blabla

Völlig einig. Mich haben nur einige oberschlaue Meinungsäußerungen von digitalen Kollegen geärgert, die offensichtlich gar nicht wissen, was "Markenführung" bedeutet und die sich mit Worthülsen wichtig tun.

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