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Versandhändler

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Zalando am Pranger: Shitstorm im Wasserglas?


Das ZDF fühlte Zalando auf den Zahn

Das ZDF fühlte Zalando auf den Zahn


In der Reportage "Gnadenlos billig" bei ZDF-Zoom prangerte der Bericht die Arbeitsbedingungen in einem Versandlager von Zalando an. Auch Amazon bekam sein Fett weg. Prompt erlebte vor allem Zalando einen Shitstorm bei Facebook. Sogar vor Gewaltandrohungen wird nicht zurückgeschreckt ("Bude anstecken"). Doch ein langfristiger Imageschaden ist eher zweifelhaft.
 
Nachdem das E-Commerce-Blog etailment.de von „verlogener Empörung“ sprach, verläuft die Diskussionslinie bei Facebook , Google+ und im Blog auch entlang der Frage, wie sehr der Kunde mit seiner Preisfixierung selbst zum teils knallharten Kostenmangement in Untermehmen beiträgt. So verdankt Zalando sein Wachstum auch dem kostenlosen Versand und kostenlosen Retouren. „Der Kunde will immer den kleinsten Preis und den besten Service. Und was dahinter passiert, interessiert ihn schlichtweg nicht“, kommentiert beispielsweise Medienberater Alper Iseri, der die Auswüchse gleichzeitig bedauert. Das entspricht dem Tenor der Debatte: Der Aufreger wird ohne Folgen für Amazon und Zalaqndo bleiben.
Während etailment anregt, Zalando könne die Kritik zum Anlass nehmen, Nachhaltigkeit und Social Responsibilty zum eigenen Auftrag zu machen, erinnert Patrick Breitenbach, Lecturer and Digital Embassador an der Karlshochschule International University, bei Facebook daran, dass Corporate Social Responsibility keine Einbahnstraße ist. "CSR ist keine einseitige Geschichte. Es gehören mindestens zwei dazu: Unternehmen und Kunden. Erst wenn beide wirklich wollen, kommt es zur Wandlung."
 
Zalando hat inzwischen im Unternehmens-Blog auf den ZDF-Beitrag reagiert und gibt einem Partnerunternehmen die Schuld. „Wir freuen uns, dass Ihr Euch mit solchen Themen auseinandersetzt und uns in die Verantwortung nehmt“ heißt es dort. Zalando verspricht, man werde die betroffenen Partner „stark prüfen und noch regelmäßiger kontrollieren, damit es zu keinen Missständen mehr kommen kann. Künftig wolle man „für die Angleichung aller Standards Sorge tragen.“
 
In dem Beitrag berichtete das ZDF, dass die Beschäftigten im Logistikcenter Großbeeren zu einem Mindestlohn von 7,01 Euro pro Stunde unter ständiger Beobachtung und ausschließlich im Stehen mit hohen Normvorgaben arbeiten müssten. Zudem gebe es viele sogenannte Schnupperpraktikanten, die für sechs Tage von der Agentur für Arbeit vermittelt und bezahlt werden. Entsprechende Praktiken bei Amazon sorgten bereits im Herbst 2011 kurzzeitig für Furore. Negativschlagzeilen und Boykottdrohungen verpufften indes schon damals. ork
 
Mehr zum Thema auch bei etailment.de
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