16.05.2008
Yahoo-Aktionär Icahn will Microsoft-Fusion erzwingen
Der US-Investor Carl Icahn drängt Yahoo zurück an den Verhandlungstisch. Er will den Kauf durch Microsoft offenbar durch Druck erreichen. Icahn hatte vor kurzem Yahoo-Aktien im großen Stil erworben.
Der New Yorker Milliardär hat sich in einem Brief an den Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzenden Roy Bostock gewandt. Darin fordert er vom Unternehmen, "zügig Verhandlungen aufzunehmen". Sollte sich Yahoo verweigern, hat Icahn noch ein zweites As im Ärmel: Auf der kommenden Hauptversammlung des kalifornischen Internetunternehmens wird er zehn eigene Kandidaten nominieren, die den derzeitigen Yahoo-Verwaltungsrat ablösen sollen.
Unterstützung bekommt der Milliardär dabei von einem zweiten Großaktionär, der US-Beteiligungsgesellschaft Paulson & Co., die rund 3,4 Prozent der Aktien besitzt. Die Gesellschaft erklärte, Icahns Kandidaten für den Verwaltungsrat unterstützen zu wollen.
Die Antwort Yahoos auf die Kampfansage ließ nicht lange auf sich warten: Es sei nicht im Interesse der Yahoo-Aktionäre zuzulassen, dass der Großaktionär und seine "handverlesenen Kandidaten" die Kontrolle über das Unternehmen erringen, hieß es in einer Stellungnahme.
Indes ist unklar, ob Microsoft überhaupt zu erneuten Verhandlungen bereit ist. Zuletzt hatten sich die beiden Unternehmen darauf geeinigt, die Gespräche zu beenden, da sich die Beteiligten nicht auf einen Kaufpreis einigen konnten. Microsoft wollte mit dem Kauf seine Marktposition stärken und zum Marktführer Google aufschließen. np
- Digital 9. Mai 2008: Microsoft nimmt Facebook ins Visier
- Digital 6. Mai 2008: Yahoo und Microsoft nehmen Gespräche wieder auf
- Digital 5. Mai 2008: Microsoft verzichtet auf Yahoo
- Digital 10. April 2008: Gerüchteküche: Yahoo führt Fusionsgespräche mit AOL
- Digital 7. April 2008: Microsoft droht Yahoo mit feindlicher Übernahme
Weitere Nachrichten aus Digital vom 16.05.2008:
CBS will CNet schlucken
WPP macht gemeinsame Sache mit Yahoo
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