Studie
07.07.2010
Webradiomonitor: Vermarktung bleibt hinter steigender Nutzung zurück
Die Zahl der deutschen Webradiosender ist auf knapp 2700 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von über 700 Sendern. Dies geht aus der Marktanalyse Webradiomonitor 2010 hervor, die das Berliner Beratungsunternehmen Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erstellt hat. Hierfür wurden von April bis Juni alle Webradio-Anbieter in Deutschland befragt. Als Hauptgrund für den Zuwachs nennen die Experten den Ausbau des Breitband-Internets, der die Radionutzung im Netz erleichtert.
Im Zuge des technischen Fortschritts steigt auch das Interesse der Nutzer. Laut der Studie verzeichnen Webradios, die ausschließlich im Internet empfangbar sind inzwischen rund 6500 Zugriffe pro Tag, Live-Streams der UKW-Radiosender zählen 13.500 ausgelieferte Streams und die Online-Submarken von UKW-Radiosendern registrieren rund 2000 Abrufe.
Die wachsende Zahl der Angebote und die steigende Nachfrage machen Webradios auch für Werbungtreibende zunehmend attraktiv. Der Haken: die Vermarktung leidet unter der fehlenden einheitlichen Reichweitenmessung. Knapp die Hälfte aller Webradioanbieter nutzt eigene Logfile-Auswertungen, rund ein Fünftel setzt auf externe Lösungen, darunter diverse Tracking-Tools und Statistikprogramme. Nur vergleichsweise wenige Sender sind durch IVW und Agof erfasst. Über zwei Drittel der befragten UKW-Sender erhalten Nutzungsdaten von ihrem Streaming-Provider. Damit die Webradiobranche auch wirtschaftlich wachsen kann, halten neun von zehn befragten Webradio-Veranstaltern eine einheitliche Reichweitenmessung für unabdingbar. bn
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