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von Volker Schütz,
Chefredakteur

Was bringt Display-Werbung: Warum Philipp Welte Recht hat und trotzdem daneben liegt

Seite 1/5
09.09.2010

Burda-Vorstand Philipp Welte sieht im Internet in erster Linie einen Vertriebskanal 

Burda-Vorstand Philipp Welte sieht im Internet in erster Linie einen Vertriebskanal

Eine Woche vor dem großen Treffen der Digitalwirtschaft auf der Dmexco in Köln verdirbt Burda-Chef Philipp Welte den Online-Vermarktern und -Publishern gehörig die Laune. In einem Exklusiv-Interview in HORIZONT hat sich der Burda-Vorstand zu den Internet-Aktivitäten von Burda und anderer Verlage geäußert.
 
Um es kurz zu machen: Weltes provokant-scharfsinnige Äußerungen sind der Grabgesang auf die Hoffnungen der Printhäuser, im Internet publizistisch wie ökonomisch jemals richtig erfolgreich zu sein. Es sind vor allen Dingen zwei Thesen und zwei Schlußfolgerungen, die bei jedem, der mit Online-Vermarktung und Digital-Business zu tun hat,  zu Schluckbeschwerden führen werden. Welte-These Nummer 1: „Das Internet ist ein exzellenter Vertriebskanal, aber es ist ein nur bedingt funktionierender Werbekanal." These Nummer 2: „Die Realität beweist, dass klassische Werbung im Netz nicht sonderlich verkaufsfördernd noch wirklich markenbildend wirkt." Weltes Schlussfolgerung Nummer 1: „Wie werden einen nicht unerheblichen Teil unserer verlagsgetriebenen Online-Aktivitäten auf ein notwendiges Minimum herunterfahren." Schlussfolgerung Nummer 2: „Natürlich ist heute wichtig, dass große Zeitschriftenmarken im Internet präsent sind. Oft geht es dabei aber weniger um journalistische Inhalte als vielmehr um die Präsenz und Erreichbarkeit der Marken, also um Marketing. Wirklich inhaltlich getriebene Angebote werden wir effizient gestalten oder in sinnvollen Partnerschaften gezielt weiterentwickeln."
Das ist starker Tobak aus einem Haus, dem mit  Verleger Hubert Burda jahrelang unbestritten einer der Online-Pioniere Deutschlands vorstand: Sicher, auch Hubert Burda hat immer mal wieder seine Zweifel an den Digital-Geschäftsmodellen der Medienhäuser geäußert. Unvergessen sein Spruch von den „lousy pennies", die Publisher mit Online-Werbung verdienen würden - zumindest gemessen an den Umsatz-Größen, mit denen Google, Apple & Co hantieren.
 


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