Generalabrechnung
01.02.2008
WPP-Chef Sorrell attackiert Social Networks
Die Hoffnungen der Social Network-Betreiber, mit Werbung auf Plattformen wie StudiVZ oder Facebook große Umsätze zu generieren, sind nach Einschätzung des WPP-Chefs Martin Sorrell trügerisch. „Ich glaube nicht, dass die Mitglieder dieser Netzwerke bereit sind, sich kommerzialisieren zu lassen", konstatiert Sir Martin in einem Gespräch mit der „FTD".
Das Gespräch nutzt Sorrell, dessen Agenturholding WPP neben klassischen Networks wie Y&R, Grey, Ogilvy, JWT auch ausgesprochene Internet-Spezialisten wie Syzygy gehören, für eine erneute Generalabrechnung mit Geschäftsmodellen von Web-2.0-Unternehmen.
Rundumschlag
Alle Jahre wieder... Vor einem Jahr hatte Sir Martin Google als "langfristigen Feind der Agenturen" ausgemacht. Nun knöpft sich der Agenturboss die Geschäftsmodelle der Social Networks vor, warnt vor einer neuen Internet-Blase. Die Heftigkeit der Attacke, die pessimistische Sicht auf Web 2.0überrascht. Nicht nur, weil zu Sorrells Imperium Unternehmen gehören, die dank Google glänzende Geschäfte machen. Und auch nicht nur, weil Sir Martin selbst seit Jahren hauptsächlich zwei Themen auf seiner Präsentations-Agenda hat: Neue Märkte wie China - und das Internet. Umso mehr dürfte Sorrell ärgern, dass ausgerechnet sein Hauptkonkurrent Maurice Lévy - Spätentwickler in Sachen Digital-Business - mit Google gemeinsame Sache machen will. vs
Sorrell gegenüber der „FTD": „Facebook ist keine 15 Milliarden Dollar wert."
Es sei grundsätzlich schwierig, ein soziales Netzwerk in ein Geschäftmodell umzuwandeln: „Die Leute kommen zu Facebook, um sich auszustauschen, das ist die moderne Form des Briefeschreibens. Wenn man versucht, daraus Kapital zu schlagen, reagieren sie sehr negativ", hat Sorrell beobachtet.
In der Tat hatte der Web-2.0-Shootingstar Facebook in den vergangenen Wochen Probleme, viele Mitglieder von seiner Werbestrategie zu überzeugen. Auch der IVW-Page-Impression-Star StudiVZ schlitterte in eine Imagekrise, nachdem er versuchte, die Daten seiner Mitglieder für Werbung einzusetzen.
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