Onlinegeschäft
08.06.2010
Verlage fordern Werbebeteiligung von Facebook
Nicht nur in Google sehen die deutschen Verlage einen großen Wettbewerber. Auch das Social Network Facebook, das immer mehr zur Plattform für Medieninhalte wird und damit letztlich Werbeumsätze abzieht, ist den Verlegern ein Dorn im Auge. "Facebook wird für die Verlage in den kommenden zwei Jahren eine ähnliche Bedeutung erlangen wie Google", sagt Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien beim Verlegerverband VDZ, gegenüber der „FTD“.
Laut der Zeitung brachte eine Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) den Stein für die Diskussion ins Rollen. Diese besagt, dass bis Ende 2012 zehn Prozent der Werbeerlöse aus dem Zeitungsgeschäft zum Social Network abwandern könnten. Bei lokaler Werbung sei der Anteil fast doppelt so groß. Facebook, mittlerweile fast 500 Millionen Nutzer stark, trage derzeit fünf Prozent zu allen Seitenzugriffen bei, die auf den Verlagsseiten im Internet landen. Dieser Anteil soll sich bis Ende 2012 verdreifachen. Jetzt wolle man "über eine Monetarisierung und einen fairen Anteil an den Werbeumsätzen" sprechen, so Christoph Schuh, Sprecher des Arbeitskreises Digitale Medien im VDZ und Vorstandsmitglied der Burda-Digitaltochter Tomorrow Focus.
"Facebook wird insbesondere für jüngere Nutzer Einstiegscockpit und Verteilstation für das Internet", so Schuh weiter. Laut Studie sind die Verlage derzeit mit 62 Prozent ihrer Titel im Netzwerk vertreten. Diese Seiten bestücken sie vorwiegend mit Inhalten ihrer bestehenden Internetangebote. Lediglich etwa ein Viertel der Verlage bietet Facebook-spezifische Inhalte an.
Die Printhäuser planen nun, eine Beteiligung an den Erlösen auszuhandeln, die Facebook durch die Werbevermarktung der Angebote innerhalb des Netzwerkes erzielt. Dabei beziehen sich die Angebote nicht nur auf redaktionelle Inhalte, sondern auch auf Reiseportale, Datingplattformen oder andere digitale Dienstleistungen der Verlagshäuser. Von Reibnitz: "Wir wollen die Geschäftsbeziehung so gestalten, dass wir nicht nur Inhalte liefern, während andere sie monetarisieren." An der Befragung zur Studie durch die Beratungsfirma OC&C hatten 14 Verlagshäuser teilgenommen, darunter Axel Springer, Burda und Gruner + Jahr. jm
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