Microblogging
16.02.2009
Twitter öffnet sich für die Marktforschung
Während für viele Start-ups angesichts der Wirtschaftskrise eine weitere Finanzierung fraglich erscheint, sichert sich Twitter in einer neuen Finanzierungsrunde über 35 Millionen Dollar Risikokapital. Zu den Geldgebern gehören unter anderem Benchmark Capital und Spark Capital. Das erzeugt neuerliche Fragen nach dem Geschäftsmodell des Kurznachrichtendienstes. Neben Premium-Diensten ist offenbar nun Marktforschung eine Option.
Twitter-Gründer Biz Stone hatte jüngst laut über kostenpflichtige Zusatzdienste für Marken nachgedacht, seine Aussagen dann aber im Twitter-Blog abgeschwächt. Nun scheint die Datensammlung als weitere Erlösquelle denkbar.
Kevin Thau, zuständig für das Business Development, will die Tweets, wie die einzelne Kurznachricht von 140 Zeichen genannt wird, messen. „Wir versuchen herauszufinden, was die passenden Messgrößen rund um das Engagement sind“, sagte er gegenüber "Forbes".
Ähnliche Ideen hatte jüngst Facebook auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos präsentiert und angedeutet, dass es seine 150 Millionen User den Marktforschern zugänglich machen will. Unter anderem sollten Marken ausgewählten Mitgliedern Fragen stellen können und Fokus-Gruppen aus der Community extrahiert werden, die in Echtzeit Ergebnisse liefern. Nach Kritik der Nutzer an dem Konzept hatte Facebook seine Pläne aber wieder relativiert.
Inwieweit sich solche Daten für die Marktforschung tatsächlich nutzen lassen, ist indes fraglich: Bislang begnügte sich die Marktforschung eher mit klar definierten Stichprobengruppen, während die Nutzerschaft von Twitter und Facebook zwar schnell eine große Zahl an Stimmen liefert, diese aber in der Regel noch eher ungenau strukturiert sind und die User zudem selbst entscheiden, ob sie teilnehmen und welche Angaben sie machen.
Für Twitter stehen derzeit aber noch andere Erlösmodelle im Raum. So könnte Twitter einzelne Werbe-Tweets in der laufenden Anzeige des Gezwitschers der rund sechs Millionen Nutzer weltweit erlauben. Daneben könnten Premium-Dienste für private Nutzer oder eben doch spezielle Tools und Funktionen für Marken weitere Umsätze generieren.
Die nutzen Twitter derweil schon kostenlos als Vertriebskanal. So offerierte der Computerhersteller Dell allen rund 12.000 Abonnenten von @DellOutlet per Tweet einen 30-Prozent-Discount auf einen Laptop. Ein Klick auf den entsprechenden Link führte die Nutzer direkt zur Produktseite. ork
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