04.09.2009
Tomorrow Focus beteiligt Content-Lieferanten von Nachrichten.de
Tomorrow Focus hat erste Details zu seinem Newsportal Nachrichten.de vorgestellt. Das vollständig automatisierte Portal greift auf rund 500 journalistische Websites zu, um einen umfassenden Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage zu geben. Die genutzten Quellen sollen durch ein Beteiligungsmodell von den Werbeumsätzen von Nachrichten.de profitieren.
Das Konzept von Nachrichten.de: Ein Newscrawler durchsucht rund 500 Online-Quellen im Minutentakt nach neuen Nachrichten und aggregiert diese in zunächst neun unterschiedlichen Ressorts. Meldungen zu dem gleichen Ereignis werden in sogenanten "Clustern" zusammengefasst. Zudem soll Nachrichten.de übergreifende Themen oder Personen erkennen können und Nachrichten so auf den Übersichtsseiten sinnvoll bündeln. Als Quellen greift Nachrichten.de auf alle großen Newsportale, Websites von Regionalzeitungen und Fachpublikationen zurück. Die Meldungen werden als kurzer Anriss, sogenannte "Snippets" angezeigt. Dieser verlinkt direkt auf die Originalquelle, die immer ausgewiesen wird.
Content-Lieferanten werden mit 20 Prozent an den Netto-Erlösen beteiligt. Die Ausschüttung erfolgt ab Erreichen eines Betrages von 500 Euro. Falls ein Publisher der längeren Darstellung eines Artikels mit mindestens 1500 Zeichen zustimmt, steigt der Share auf 50 Prozent. Zudem profitiert der Content-Lieferant in diesem Fall von fünf zusätzlichen Links, die auf die neuesten Beiträge der Original-Quelle verweisen.
Ob das Modell auch auf das neue Wirtschaftsportal Finanzen 100 von Tomorrow Focus übertragen wird, ist nach Unternehmensangaben noch unklar. Im Gegensatz zu Nachrichten.de werden die Content-Lieferanten von Finanzen 100 nicht an den Werbeerlösen beteiligt.
Bei Beobachtern sorgt das Geschäftsmodell von Nachrichten.de für ein geteiltes Echo. So attestiert Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer Burda-Chef Hubert Burda "Persönlichkeitsspaltung". Burda ist einer der schärfsten Kritiker von Newsaggregatoren wie Google News. In einem Gastbeitrag für die "FAZ" hatte der Verlagschef noch eine angemessene Vergütung von Content-Lieferanten gefordert. Zu den vermeintlich fairen Bedingungen von Nachrichten.de schreibt Knüwer: "Allerdings sind die Details so gestaltet, dass eine faktische Auszahlung wohl eher theoretischer Natur sein dürfte." Bis eine Auszahlung an Content-Lieferanten erfolge, dürften "Jahre vergehen". dh
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