StudiVZ
08.12.2008
StudiVZ lässt Page Impressions gezielt einbrechen / Wer-kennt-wen überholt
StudiVZ-Chef Clemens Riedl nimmt weiterhin konsequent massive Einbrüche bei den Page Impressions in Kauf. Die Verluste dürften sich für den vergangenen Monat auf rund eine Milliarde Klicks summieren. Grund ist das Chat-System Plauderkasten, das vor wenigen Wochen in der VZ-Familie eingeführt wurde. Es macht bestehende PI-trächtige Kommunikationswege im Netzwerk überflüssig.
Der Aufruf des integrierten Chatsystems wird dagegen nur einmal als Seitenaufruf (PI) gezählt. Die sinkenden PI-Zahlen sind aus Sicht von StudiVZ verschmerzbar. Entscheidend seien vielmehr die Unique User und ihre Aktivitäten, so Riedl gegenüber HORIZONT. Gleichzeitig unterstreicht Riedl, dass es „keine Pläne für einen Verkauf von StudiVZ gibt". Entsprechende Spekulationen hatte die „Wirtschaftswoche“ verbreitet.
In einer ähnlichen Größenordung dürften sich nun die Verluste durch den StudiVZ-Plauderkasten bewegen, den Riedl als wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Communities betrachtet. Auch sei er von den Nutzern vehement gewünscht worden. „Chat ist ein zentraler Baustein der Kommunikation im Internet“, so Riedl.
Weil durch den Messenger andere Kommunikationsfunktionen wie Nachrichten weniger genutzt werden, konnte die RTL-Beteiligung Wer-kennt-wen den Platzhirschen bei den Page Impressions laut IVW-Ausweisung erstmals überholen. WKW holte im November knapp über 4 Milliarden PIs, StudiVZ 3,9 Milliarden PIs, SchülerVZ schaffte 4,9 Milliarden Page Impressions, MeinVZ erreicht knapp 1,5 Milliarden PIs.
Bei den Visits liegt StudiVZ aber mit 166,3 Millionen Visits weiter vorn. SchülerVZ holte 140,9 Millionen Visits. Erst dahinter folgt Wer-kennt-wen.de mit 127,9 Millionen Visits. MeinVZ holt 57,1 Millionen Visits. Die ProSiebenSat.1-Beteiligung Lokalisten erreicht 1,7 Milliarden Page Impressions und 35,1 Millionen Visits.
Riedl sieht die Entwicklung gelassen: „Page Impression haben für uns im Bereich der Vermarktung der Plattform nie Relevanz besessen. Wir haben sie gerne genutzt, weil sie für uns eine Art Ritterschlag für das Wachstum waren. Für das Unternehmen spielen sie aber keine Rolle.“
Relevant sei – auch mit Blick auf die Werbungtreibenden – vielmehr die tatsächliche Aktivität der Nutzer, die Zahl der
Clemens Riedl
Der gebürtige Österreicher Clemens Riedl steht seit dem kurzfristigen Abgang von CEO Marcus Riecke Ende Oktober an der Spitze der VZ-Familie. Clemens war zuvor Vice President Sales bei StudiVZ. Der 36-Jährige war erst im August dieses Jahres als langjähriger Holtzbrinck-Manager vom "Tagesspiegel" zu StudiVZ gekommen.
Gegenwärtig zählt das VZ-Netzwerk insgesamt 12,3 Millionen Nutzer. Dabei lege gerade das im Mai gestartet MeinVZ ein rasantes Wachstum vor, sagt Riedl. Inzwischen tummeln sich dort 2,1 Millionen Mitglieder. Rund 45 Prozent sind ehemalige StudiVZler, die Mehrheit sind Neukunden.
Zufrieden zeigt sich Riedl mit der Entwicklung des Bewegtbildformats der Pietshow. Die Zahl der Views liegt bei 2,5 Millionen. (Zum Vergleich: Die Web-TV-Soap "Candy Girls" bei MySpace wurde rund 1,6 Millionen Mal abgerufen.) Die Zusammenarbeit mit UFA Grundy, die die mehrteilige Web-Soap produziert, soll fortgesetzt werden. Gemeinsam will man weitere Formate entwickeln. ork
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