15.02.2011
Sendepause: Viele Radiosender ignorieren Facebook und Twitter
Bei der Präsenz der deutschen Radiosender in sozialen Netzwerken liegt noch vieles im Argen. So sind nur etwa die Hälfte der öffentlich-rechtlichen Sender bei Twitter oder Facebook präsent. Die privaten Anbieter sind im Social Web aktiver, allerdings gibt es auch hier noch viel Luft nach oben. Das geht aus einer Auswertung des Radio-Journalisten Sebastian Pertsch hervor. Dieser hat die Social-Media-Aktivitäten von insgesamt 353 Radiosendern in Deutschland unter die Lupe genommen. Neben öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern flossen auch Hochschulradios, Freie Kanäle und Bürgerradios in die Untersuchung ein.
Die Zahlen im Einzelnen: Erst 52 Prozent aller öffentlich-rechtlichen Radiosender haben einen eigenen Twitter-Account. Bei den Privatsendern nutzen immerhin bereits zwei Drittel aller Anbieter Twitter für die direkte Kommunikation mit ihren Hörern. Die meisten Follower haben öffentliche-rechtliche Sender, die sich an junge Zielgruppen richten. Auf Platz 1 liegt SWR 3 mit 13.305 Followern (Stand: 12.2.2011), dahinter folgen der RBB-Jugendsender Fritz mit 10.219 Followern und die NDR-Jugendwelle N-Joy mit 9.397 Followern. Mit Radio Eins und 1 Live komplettieren zwei weitere Öffentlich-Rechtliche die Top 5. Im Schnitt kommen öffentlich-rechtliche Sender auf rund 2600 Follower, private Sender haben im Schnitt lediglich 600 Follower, wobei Pertsch bei der Berechnung auch kleine Lokalsender berücksichtigt hat.
Insgesamt gibt es nach Ansicht von Pertsch bei den Social-Media-Aktivitäten der Sender noch viel Verbesserungsbedarf: "Die Hörerschaft ist schon längst bei den Social Networks angekommen, warum nicht auch die Sender? Selbst mit einer kleinen Redaktion kann man viel bewirken: Antenne Düsseldorf hat - im Vergleich zu anderen Lokalsendern - mit die meisten Follower bei Twitter und Facebook. Es funktioniert, und das auch im kleinen Rahmen!" Die komplette Erhebung inklusive PDF-Tabelle gibt es auf Rockbär.de. dh
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