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Paid Content für Dummies: Die Paywall von Welt Online im HORIZONT-Check


von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Nach 20 Artikeln lässt Welt Online die Bezahlschranke herunter

Nach 20 Artikeln lässt Welt Online die Bezahlschranke herunter


Am Mittwoch hat Axel Springer bei seinem Nachrichtenportal Welt Online die Bezahlschranke heruntergelassen. Nach 20 freien Artikeln im Monat werden die User künftig zur Kasse gebeten. Es ist zwar ein Leichtes, die Bezahlschranke zu umgehen, HORIZONT.NET hat den Anmelde- und Zahlungsvorgang trotzdem getestet. Auch wenn die digitalen Abos zunächst wohl nicht besonders viel Geld einbringen werden – am mustergültig einfachen Anmeldevorgang wird es sicherlich nicht liegen.
 
Wenn man kein regelmäßiger Leser von Welt Online ist, muss man schon eine Weile auf der Seite herumklicken, bis die Bezahlschranke tatsächlich fällt: Nach 20 aufgerufenen Artikeln legt sich aber tatsächlich ein dunkler Layer über die Website und Welt Online bedankt sich zunächst einmal artig bei seinen eifrigen Nutzern: "Danke, dass Sie sich immer wieder für Die Welt entscheiden", heißt es da. "Wir freuen uns, dass sie in diesem Monat die 20 freien Artikel auf Welt Online gelesen haben."
Registrierung und Bezahlvorgang sind mustergültig einfach gehalten 

Registrierung und Bezahlvorgang sind mustergültig einfach gehalten

Ein großer blauer Button lädt die User dazu ein, mehr über die digitalen Angebote von Welt Online zu erfahren. Der sich anschließende Auswahl- und Anmeldevorgang erfolgt in drei Schritten und ist vorbildlich schlicht und einfach gehalten. Große Abbildungen illustrieren die drei digitalen Pakete "Digital Basis", "Digital Komplett" und "Digital Plus", die wiederum mit einem weiteren blauen Button ausgewählt werden können.
 
Nach der Eingabe der persönlichen Daten – Name, E-Mail-Adresse und ein selbst gewähltes Passwort reichen für die Registrierung aus – gelangt man zum entscheidenden Schritt: Dem Bezahlvorgang. Auch hier kann man auf einer äußerst aufgeräumten Seite kaum etwas falsch machen: Je nach gewählter Bezahlart (zur Auswahl stehen Bankeinzug, Kreditkarte und Paypal) werden lediglich die notwendigen Felder angezeigt. Nach der Eingabe der entsprechenden Daten ist die Website sofort wieder zugänglich. Auch die Freischaltung des Angebotes für Print-Abonnenten funktioniert problemlos, sofern man seine Kundennummer zur Hand hat: Sobald man seine Kundennummer und die Postleitzahl eingegeben hat, hebt sich die Bezahlschranke.
 
Ganz offensichtlich hat man sich bei Axel Springer viel Mühe gegeben, den Anmelde- und Bezahlvorgang so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten und die Absprungsrate so gering wie möglich zu halten. Welt Online bietet gewissermaßen Paid Content für Dummies - allerdings ist die Umgehung der Bezahlschranke fast noch einfacher als die Anmeldung selbst.
 
Wenn das monatliche Kontingent von 20 Beiträgen ausgeschöpft ist, sind die Texte auch weiterhin über Suchmaschinen und soziale Netzwerke zugänglich oder man löscht bzw. deaktiviert im Browser einfach seine Cookies. Beides ist ohne große technische Kenntnisse möglich. Große Umsätze wird "Die Welt" mit ihren digitalen Angeboten daher wohl zunächst nicht erzielen. Aber das ist wohl auch gar nicht Sinn der Sache.
 
Im Vordergrund steht für den Verlag zunächst, Erfahrungen mit Paid Content im Netz zu sammeln und daraus weitere Schritte und Modelle abzuleiten. Die noch bestehenden klaffenden Löcher in der Paywall wird Springer sicherlich nach und nach schließen. Denn noch ist die Bezahlschranke für halbwegs versierte Online-Nutzer keine echte Hürde - auch wenn sie vorbildlich einfach ist. dh
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