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18.02.2010

Online-Report

von Bettina Neises,
Redakteurin Ressort Medien

OVK-Prognose: Online wird Zeitungen in zwei bis drei Jahren überholen


Paul Mudter sieht großes Potenzial in Brandingkampagnen 

Paul Mudter sieht großes Potenzial in Brandingkampagnen

Nach einer Flaute im vergangenen Jahr könnte sich das Wachstum im Internetwerbemarkt wieder leicht beschleunigen. So prognostiziert der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft für 2010 einen Anstieg der Nettowerbeinvestitionen um 5 bis 6 Prozent. Brutto rechnen die Experten mit einem Plus von 14 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Dies geht aus dem "OVK Online-Report 2010/01" hervor, den der Verband heute veröffentlicht hat.
 
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr sind die Bruttowerbeinvestitionen um 12 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gewachsen. Das Ergebnis übertrifft die letzte Prognose, haben die Experten doch im Herbst nur mit einem 10-prozentigen Plus gerechnet. "Der Grund für die unerwartete Steigerung ist das starke Schlussquartal", erläutert OVK-Sprecher Frank Bachér. Nach einer deutlichen Zurückhaltung in den Sommermonaten 2009 haben die Werbungtreibenden von Oktober bis Dezember noch einmal Gas gegeben und monatlich durchschnittlich 38 Millionen mehr investiert als im Vergleichszeitraum 2008.
Allerdings kämpfen die Vermarkter mit einem hohen Rabattdruck. Netto liegt das Wachstum im Internetwerbemarkt gerade einmal bei 2 bis 3 Prozent. Für klassische Onlinewerbung geht die Schere zwischen Listenpreis und tatsächlichen Werbeeinnahmen noch weiter auseinander. Von den knapp 2,2 Milliarden Euro Bruttowerbeinvestitionen bleiben unter dem Strich schätzungsweise nur 850 Millionen Euro übrig.
 
Im Vergleich zu den anderen Mediengattungen hat Online 2009 Boden gutgemacht. Das Internet hat die Publikumszeitschriften überholt und ist nun mit einem Marktanteil von 16,5 Prozent am Bruttowerbekuchen hinter TV und den Zeitungen das drittgrößte Werbemedium. Das nächste Überholmanöver haben die Onliner bereits im Visier. "In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sich das Internet hinter TV als zweitstärkstes Werbemedium etablieren, da die Budgets weiterhin nachhaltig in den Online-Bereich wandern. Der Abstand zu den Zeitungen beträgt schon jetzt weniger als fünf Prozent und wird schon 2010 weiter schrumpfen", prognostiziert der OVK-Vorsitzende Paul Mudter. Der Optimismus der Onlinevermarkter speist sich im Wesentlichen aus den drei Segmenten Bewegtbild, Mobile und Brandingkampagnen. Hier rechnet Mudter 2010 mit erheblichen Wachstumsschüben. Der komplette OVK-Report steht auf der Website OVK.de zum Download bereit. bn
 
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 7/2010, die am heutigen Donnerstag erscheint.
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