Mobiles Internet
16.02.2010
Mobilfunkanbieter formieren sich gegen Apple
Die Konkurrenten von Apple formieren sich zum Angriff auf das iPhone. Mit Microsoft und einer neuen Allianz aus Nokia und Intel haben zwei Schwergewichte neue Betriebssysteme für mobile Endgeräte vorgestellt, die Apple in Zukunft das Leben schwer machen sollen. Eines haben die großen Player jedoch gemeinsam: Alle wollen sich eine möglichst große Scheibe im Wachstumsmarkt der mobilen Internetanwendungen abschneiden.
Die Konkurrenten von Apple stehen unter Zugzwang: Ähnlich wie im Musikmarkt ist der Internetshop iTunes auf dem besten Weg, zum dominierenden Anbieter für Applikationen (Apps), kleinen Zusatzprogramme und Diensten für das Handy, zu werden. Sowohl Microsoft als auch Nokia/Intel arbeiten daher mit Hochdruck daran, ihre eigenen Internetshops auszubauen. Bislang umfassen die Shops von Nokia (Ovi) und Microsoft (Marketplace) jedoch nur wenige Tausend Anwendungen - bei iTunes sind mittlerweile rund 140.000 Apps für nahezu jede denkbare Funktion zu haben. Die auf dem Endgerät vorinstallierte Software entscheidet auch maßgeblich darüber, wo sich die Nutzer mit den passenden Apps versorgen.
Im Rahmen der Messe haben nun 24 führende Mobilfunkkonzerne, darunter die Deutsche Telekom und die spanische Telefonica, ein schlagkräftiges Bündnis bekannt gegeben: Die Telekom-Riesen wollen einen offenen Standard für Applikationen entwickeln, der einerseits die Dominanz von Apple aufbrechen soll und andererseits die aufwändige Programmierung von Apps für verschieden Betriebssysteme vereinfachen soll. "Sie werden unsere Applikationen auf allen möglichen Geräten sehen", sagt Guido Kerkhoff, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, gegenüber der "Financial Times Deutschland". Man wolle die Kunden nicht in die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern drängen. Eine Äußerung, die man auch als Spitze gegen Apple verstehen kann.
Apple könne sich an dem Bündnis grundsätzlich beteiligen, signalisieren die Telcos. Die Neigung des Technik-Konzerns, sich von seiner eigenen geschlossenen Lösung zu verabschieden, dürfte aber denkbar gering sein. Denn iTunes ermöglicht Apple nicht nur die Kontrolle der technischen Standards (und der Inhalte) - sondern vor allem ein bislang exklusives Geschäftsmodell. dh
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