Mobiles Internet gewinnt an wirtschaftlicher Relevanz
Die Monetarisierung von Angeboten für das mobile Internet gelingt zunehmend. Darüber waren sich die Experten bei der Diskussion zum Thema "Mobile Media" im Rahmen der Medientage in München einig. "Wir erwirtschaften bereits siebenstellige Umsätze bei der Werbevermarktung von mobile Content. Das sind keine Peanuts", verrät Arne Wolter, Geschäftsführer Gruner + Jahr Electronic Media Sales.
Wie Rainer Hüther erklärt, hat vor allem das iPhone von Apple dem mobilen Internet zu einem deutlichen Schub verholfen. Wolter betont jedoch, dass man dennoch nicht die gleichen Wachstumssprünge erwarten darf wie vom stationären Internet: "Die Verbraucher müssen sich erst einmal die entsprechenden Geräte zulegen. Das läuft nicht so schnell wie oftmals behauptet wird."
Damit die Konsumenten das mobile Internet verstärkt nutzen, müsse von den Mobilfunkunternehmen wieder mühsam Vertrauen aufgebaut werden: "Dies ist durch horrende Nutzungskosten zerstört worden. Wir brauchen jetzt echte Flatrates für die Datenübertragung auf das Handy." Lutz Schüler, Managing Director Marketing & Sales von O2, bestätigt selbstkritisch: "Viele Kunden haben das Gefühl, zu viel zu bezahlen." Es müsse ein einfaches Tarifsystem entwickelt werden. Um dem mobilen Internet aus Sicht der Verbraucher mehr Relevanz zu verleihen, fordern viele Experten seit Jahren die Entwicklung originärer Inhalte für die Handynutzung. Dies lehnen die Experten bei der Diskussion während der Medientage jedoch weitgehend ab. Markus Englert, Vorstand Diversifikation von Pro Sieben Sat 1: "Man braucht bekannte Marken aus dem TV, um Nutzer anzulocken. Zusätzlich wäre originärer Handy-Content sicher wünschenswert, aber es fehlt nocht die kritische Masse an Nutzern, um diese Inhalte kostendeckend produzieren zu können." bn
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