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Handy-TV

von Bettina Neises,
Redakteurin Ressort Medien

Mobile 3.0 gibt DVB-H-Lizenz zurück


Rudolf Gröger, Präsident von Mobile 3.0, gibt Lizenz zurück 

Rudolf Gröger, Präsident von Mobile 3.0, gibt Lizenz zurück

Das Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0 wird die Lizenz für den Übertragungsstandard DVB-H in dieser Woche an die Landesmedienanstalten zurückgeben. Dies hat der ehemalige O2-Chef Rudolf Gröger, jetzt Präsident von Mobile 3.0, im Rahmen der Medientage in München verkündet.

 
Damit ist das Projekt, mobiles Fernsehen mit dem Standard DVB-H zu etablieren und ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln, offiziell gescheitert. Jetzt muss in Deutschland noch einmal von vorne angefangen werden, während in anderen europäischen Ländern wie Italien, Niederlande, Finnland und Albanien DVB-H bereits gestartet ist.
Die Landesmedienanstalten werden zeitnah die DVB-H-Lizenzen neu ausschreiben. Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, verspricht, dass der Vergabeprozess nun schneller ablaufen wird als zuvor: "Es wird kein bürokratisches Verfahren geben." Als Voraussetzung nennt er jedoch, dass sich alle Marktbeteiligten - von den Mobilfunkunternehmen, dem Netzbetreiber, den Geräteherstellern, dem Plattformbetreiber bis hin zu den Contantanbietern - an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Erklärung über die Zukunft von DVB-H abgeben.
 
Damit es nicht erneut zu einem Scheitern kommt, fordert Henning Röper, Leiter Media Practice der Beratungsfirma Solon Management Consulting unter anderem, dass mehrere Marktbeteiligte das wirtschaftliche Risiko tragen. Bisher lag dies komplett bei Mobile 3.0. So solle der Netzbetreiber Media Broadcast mehr Verantwortung übernehmen.   Gröger verlangt zudem, dass die kostenfreie Übertragung von Handy-TV über den Konkurrenz-Standard DVB-T aufhört, da dies die Entwicklung eines Geschäftsmodells für DVB-H verhindert.
 
Marcus Englert, Vorstand Diversifikation Pro Sieben Sat 1, spricht sich dafür aus, die Anzahl der Parteien zu reduzieren. Dies vereinfache die Diskussion erheblich: "Wir brauchen keinen Plattformbetreiber. Operator, Contentanbieter und Netzbetreiber reichen als Marktpartner aus." bn
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