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Digitalisierung

von Sara Weber,
Redaktion Horizont

Mathias Döpfner: "Tablets sind die Zeitungen und Magazine der Zukunft"


Mathias Döpfner glaubt an die Zahlungsbereitschaft mobiler User

Mathias Döpfner glaubt an die Zahlungsbereitschaft mobiler User


Paid Content kann funktionieren – zumindest im mobilen Internet. Daran glaubt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer. "Das stationäre Internet basiert auf suchgesteuertem Konsum von Inhalten. Es ist ein kostenfreies Modell, in dem es schwer ist, sich nur mit Werbegeldern zu refinanzieren", so Döpfner am Mittwoch abend bei der "President’s Lecture" in der
Berlin School of Creative Leadership. "Deshalb brauchen wir den Zugang zu zahlenden Kunden. Dies wird mit Mobile realistischer."
 
Bei Mobile seien es die Menschen gewohnt, für Anrufe, SMS und Apps zu bezahlen. Warum sollten sie also nicht auch bereit sein, für Inhalte zu zahlen? „Eine App hat einen Anfang, ein Ende, eine Marke und einen Preis. Damit ist sie ein Produkt, das viel näher an unserer Geschäftsidee ist“, so Döpfner.
Zudem machen Tablet-PCs den Medienschaffenden das Leben leichter: „Geräte wie das iPad ermöglichen es, Inhalte und Layout in einer Entspannungssituation zu genießen. Tablets sind die Zeitungen und Magazine der Zukunft“, glaubt Döpfner. Damit meine er allerdings nicht die Tablet-PCs von heute. Stattdessen müsse man sich ein Produkt vorstellen, dass faltbar und dünn ist wie Papier und viel billiger. „Erst dann hat man ein Gerät, das wirklich für einen Massenmarkt attraktiv ist.“
 

Mathias Döpfner: Wir haben mit der Digitalisierung mehr zu gewinnen, als zu verlieren.

Trotz aller technologischen Veränderungen dürften Medienunternehmen jedoch das wichtigste nicht vergessen: „Inhalte und ihre Qualität – und dass wir Wege finden, wie diese Inhalte präsentiert werden können.“ Das Digitale hebe klare Hierarchien zwischen Journalist und Leser auf. „Das ist eine neue Situation, die jedoch keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung darstellt“, sagt Döpfner. Es gebe neue Wege des Produzierens und Verbreitens, neue Menschen, die am Journalismus teilhaben und neue Technologien. „Der Kern bleibt jedoch gleich: Die Geschichte selbst. Sie muss neu sein, eine klare Meinung haben und sprachlich hochwertig sein.“
 
Döpfner, der sich selbst in erster Linie als Journalist sieht und nicht als Manager, begrüßt die Digitalisierung, statt sie zu fürchten: „Wir haben mit der Digitalisierung mehr zu gewinnen, als zu verlieren, denn unser Geschäft ist es nicht, Zeitungen zu drucken, sondern qualitative Inhalte zu schaffen und deshalb blicken wir einer rosigen Zukunft entgegen.“ sw
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