HORIZONT.NET HORIZONTJobs HORIZONTstats
HORIZONT.NET

Datenschutz

von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Ilse Aigner fordert bessere Kontrolle über persönliche Daten


Ilse Aigner will die Unternehmen beim Datenschutz in die Pflicht nehmen. 

Ilse Aigner will die Unternehmen beim Datenschutz in die Pflicht nehmen.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner will Internetnutzern eine bessere Kontrolle über ihre persönlichen Daten ermöglichen und die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen. Zugleich warnte sie vor den Gefahren der Datensammelwut von Internetkonzernen. "Wir erleben eine völlig neue Dimension der globalen Digitalisierung", sagte Aigner im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
 
"Branchenriesen wie Facebook, Apple, Google oder Microsoft können im Internet ganze Persönlichkeitsprofile erstellen. Sie wissen, wofür wir uns interessieren, was wir kaufen, wohin wir verreisen, mit wem wir befreundet sind. Manche Verbraucher werden dadurch richtig interessant für die Wirtschaft, andere landen womöglich auf schwarzen Listen oder bekommen Schwierigkeiten bei der Jobsuche", warnt Aigner. Grundsätzlich müsse jeder Verbraucher Kontrolle über seine persönlichen Daten haben. Dafür müssten Unternehmen Nutzern Einblick in ihre persönlichen Daten gewähren und diese auf Wunsch auch wieder löschen. Ein mögliches Intrument wäre die von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere vorgeschlagene jährliche Auskunft über gespeicherte Daten: "Eine solche Selbstverpflichtung der Anbieter könnte eine Lösung sein", so Aigner.
Den Vorwurf der Technikfeindlichkeit wies sie zurück. Als Elektrotechnikerin könne sie sich für Innovationen sehr begeistern. Aber bei Erfindungen wie einer Gesichtserkennungssoftware für Foto-Handys laufe es ihr "kalt den Rücken runter". "Selbst George Orwell hätte sich das nicht träumen lassen." Der Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, hatte Aigner wegen ihrer Kritik als "Scharfmacherin gegen das Internet" bezeichnet.
 
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ging in ihrer wöchentlichen Videobotschaft auf das Thema Datenschutz ein. Die Politik müsse sich mit den Gefährdungen durch das Internet auseinandersetzen. Zu Google Street View sagte die Kanzlerin: "Diejenigen, die finden, dass dies ein Eingriff in ihre private Sphäre ist, können von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen." Das Verbraucherschutzministerium habe auf seiner Internetseite dafür einen Musterbrief zur Verfügung gestellt. Auf weitergehende Forderungen von Verbraucherschutzministerin Aigner ging Merkel nicht ein. Diese hatte unter anderem strengere Regeln für die Verfremdung von Bildern und eine Beschränkung der Aufnahmehöhe auf 1,80 Meter gefordert. Aigner: "Es gibt viel Widerspruch - und darauf müssen Unternehmen wie Google oder Microsoft Rücksicht nehmen." dh
Twitter Facebook Google LinkedIn Xing Drucken Email

Kommentar(e)

Kommentare

Mehr zum Thema

Zur Übersicht
Nachrichten
HORIZONT auf Facebook
HORIZONTJobs
Stellenmarkt

1.961 Stellenangebote und 838 Bewerberprofile


Off the record
offtherecord.jpg
Facebook: Die ausgelutschte Privatsphäre
Facebook tritt dem Branchenverband Bitkom bei, eine App namens Lollipop zeigt als Halloween-Scherz wie unsere Daten ausgelutscht werden können. Eine gute Gelegenheit für eine Timeline, die das Schwinden der Privatsphäre bei Facebook aufzeigt. weiterlesen

Off-the-Record als RSS-Feed
News-Archiv

April 2012

MODIMIDOFRSASO
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30

Mai 2012

MODIMIDOFRSASO
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031