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Analyse

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Google +1: Fünf Gründe, warum das Plus Facebook nicht aussticht


Google startet den +1-Button

Google startet den +1-Button


Mit dem Empfehlungsbutton "+1" will Google den "Like"-Button von Facebook kontern und einen Schritt Richtung Soziales Netzwerk unternehmen. Vorerst nur in den USA sollen Nutzer damit Suchergebnisse und Anzeigen empfehlen können. So sie denn über einen Google-Account verfügen. In den Trefferlisten von Freunden tauchen die markierten Seiten dann mit dem Hinweis auf "Peter Müller +1'd this" – samt dem Foto aus dem öffentlichen Profil des Google-Nutzers. Andere sehen nur einen Hinweis, dass eine anonyme Person die Seite gut findet. Ob Google mit dem Plus-Knopf die Vormachtstellung von Facebook im Mitmach-Web brechen kann ist unklar.
 

5 Gründe sprechen dagegen:

1. Damit der Dienst funktioniert, müssen sich Nutzer Google-Profile anlegen. Doch das verspricht jenseits der Nutzer, die bespielsweise bereits Google Mail oder den Google Reader einsetzen, kaum Mehrwert. Eine intensive Vernetzung, die zu einem Social Graph führt, findet weiterhin nicht statt. Anders als bei Facebook, wo Seiten und News zunehmend über Freunde empfohlen werden, steht auch hier die Suche weiter an erster Stelle.
2. Das System "+1" wirkt eher wie ein verbessertes Lesezeichen, nicht aber wie eine relevante Leseempfehlung, die man gerne an bestimmte Freunde in seinem Netzwerk weiterreicht, um sich auszutauschen. Der eigene Vorteil etwas zu „Plus-en“ bleibt nebulös. Es gibt keine sozialen Vorteile.
 
3. Auf Websites wird der Dienst erst in einigen Monaten eingebunden. Gegenwärtig muss man also darauf vertrauen, dass der Nutzer nicht willkürlich ein Ergebnis der Trefferliste geplust hat, sondern auf der Seite war, um danach +1 zu klicken. Das stärkt vorerst nicht das Vertrauen.
 
4. Die Sprache: "plus-oned" klingt nicht so umgangssprachentauglich wie "Liken" oder "Gefällt mir". Vielleicht ein Zeichen dafür, dass Google sein Projekt zu sehr von einer technischen Seite, und weniger von der zwischenmenschlichen Warte aus angeht.
 
5. Google hat sich mit sozialer Vernetzung bislang immer schwer getan. Das Netzwerk Orkut ist nur in wenigen Ländern erfolgreich. Google Buzz ist eher eine Nischenanwendung.
 
Dennoch kann "+1" Potenzial entwickeln. Im Kern ist es kein Netzwerk, sondern ein Empfehlungsdienst. Dessen Nutzung dürfte die Suchergebnisse bei Google weiter verbessern. Wenn es Google gelingt, weiteren Nutzern diesen Vorteil und damit auch den Vorteil eines Google-Accounts zu vermitteln, könnte sich das System durchsetzen. Aber nicht anstatt des "Like"-Buttons, sondern neben ihm. Ob es eine Alternative zur der von Facebook favorisierten „sozialen Suche“ sein kann, bei der nicht ein Algorithmus sondern die Vorlieben der Freunde bei Facebook die Relevanz der Treffer bestimmen, ist mehr als offen. ork
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