04.09.2008
Freenet Media positioniert sich um
Der Online-Vermarkter Freenet Media firmiert ab sofort unter dem Namen Free X Media und präsentiert sich in neuem Corporate Design am Markt. Ziel der Umpositionierung ist es, aus dem Schatten der dominanten Mutter, dem Telekommunikationsunternehmen Freenet herauszutreten. "Die starke Marke unserer Konzernmutter erweckte das Vorurteil, dass wir "nur den Web-Auftritt von Freenet vermarkten. Dabei sind wir mit marktführenden Special-Interest-Portalen wie den Umfeldern der Motor Presse Stuttgart bereits seit 2004 erfolgreich in der Fremdvermarktung", erklärt Eric Berger, Vorstand Online Dienst der Freenet AG.
Die Umpositionierung soll eine Trendwende herbeiführen. Innerhalb eines Jahres rutschte Freenet im Online-Vermarkter-Ranking der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) von Platz 5 auf Position 15 ab. Die Nettoreichweite sank um 2 Millionen auf 8,76 Millionen Unique User. Die Verluste erklärt Andreas Engenhardt, Geschäftsführer von Free X Media, mit dem veränderten Surfverhalten der User: "Die Internetnutzer sind heute wesentlich erfahrener und greifen in erster Linie auf Special-Interest-Portale zu." Viele seien nicht länger auf die Orientierungshilfe durch General-Interest-Angebote wie Freenet.de angewiesen, weshalb deren Traffic sinke.
Angesichts dieses Trends konzentriert sich Free X Media auf sechs Spezialthemen. Mit den Portalen des Verlags Motor Presse Stuttgart und des Medienhauses IDG ist Free X Media in den Segmenten Automotive und Digital Lifestyle bereits stark aufgestellt. Auch im Bereich General Interest ist der Vermarkter mit seinem Portfolio zufrieden. Nun will Free X Media zu den Themen Business & Finance, Active Living und Männer Lifestyle weitere Partner akquirieren.
Gegenüber der Konkurrenz will der Vermarkter auch durch die Ausweitung des Dienstleistungsspektrums punkten. Vor wenigen Tagen verkündete das Unternehmen, das Inventar im Bereich Mobile Advertising erheblich auszubauen. Ab sofort haben Werbungtreibende die Möglichkeit, Banner auf Mobil.freenet.de zu platzieren. Mitte Oktober folgt die Vermarktung weiterer Handy-Portale wie zum Beispiel von Auto-motor-sport.de.
Eine zweite Baustelle ist das Thema Targeting, also die Möglichkeiten zur zielgruppengenauen Aussteuerung von Onlinekampagnen. Im 4. Quartal 2008 soll vor allem das soziodemographische Targeting ausgedehnt werden. Neben den Merkmalen Geschlecht und Alter sind dann weitere elf Kriterien wie Bildung und Berufsstand buchbar.
Alle diese Pläne sind mit dem derzeit 40-köpfigen Team nicht umsetzbar. Daher soll die Mannschaft um 25 Prozent aufgestockt werden. Damit fühlt sich Free X Media für die Zukunft gerüstet.
Unterstützt wird der neue Auftritt mit einer Kampagne in Fachzeitungen und zielgruppenaffinen Online-Angeboten (Kreation: Atletico International, Berlin; Media: Pilot, Hamburg). bn
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 36/2008, die am heutigen Donnerstag erscheint.
- Digital 28. August 2008: Freenet Media vergrößert Angebot für Mobile Advertising
- Marketing 6. August 2008: Hilferuf per Anzeige: Freenet appelliert an die Aktionäre
- Marketing 7. Juli 2008: Freenet schließt Debitel-Kauf ab und startet Werbeoffensive
- Marketing 7. Mai 2008: United Internet geht juristisch gegen Debitel-Übernahme vor
- Marketing 28. April 2008: Debitel-Übernahme: Freenet wird zur Mobile-Marke / Werbeetat bleibt trotz Kostendruck stabil
- Digital 17. April 2008: Freenet forciert PoS-Offensive
- Digital 4. April 2008: Freenet: Der Übernahmepoker geht weiter
- Digital 22. Februar 2008: United Internet: Dommermuth will für Freenet Adlink verkaufen
- Digital 19. Februar 2008: Freenet steigt mit Ex-Mobilcom-Chef Schmid in den Strommarkt ein
Weitere Nachrichten aus Digital vom 04.09.2008:
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WAZ und SZ sind erst der Anfang, die Krise der Medien bedroht die Zeitungslandschaft. Das Krisenmanagement der Bundesregierung ist nun gefragt. Nach Banken und Autokonzernen muss nun ein Schutzschirm für die Medien her. Der HORIZONT-Blog nennt in einer Glosse Szenarien für die Rettungspakete.
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Das Top-Thema der Woche: Während Vermarkter und Medienhäuser dem Jahr 2009 skeptisch entgegensehen, herrscht bei den Online-Agenturen ungebrochener Optimismus.
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