29.07.2009
Angriff auf Google
Durchbruch: Microsoft und Yahoo besiegeln Suchpartnerschaft
Am Ende haben sie sich doch noch geeinigt: Microsoft und Yahoo haben nach monatelangen Verhandlungen die lange erwartete Partnerschaft im Suchgeschäft unter Dach und Fach gebracht. Damit bekommt der Internetgigant Google nun ernst zu nehmende Konkurrenz.
Die zunächst auf 10 Jahre befristete Zusammenarbeit sieht vor, dass die erst im Juni 2009 gestartete Microsoft-Suchplattform Bing exklusiv auf allen Yahoo-Websites eingesetzt wird. An den Erlösen, die Microsoft auf den Web-Angeboten seines neuen stategischen Partners erzielt, wird Yahoo über ein Revenue-Sharing-Modell beteiligt. Unternehmensangaben zufolge überweist Microsoft in den kommenden fünf Jahren 88 Prozent der Such-Umsätze, die auf Yahoo-Seiten erzielt werden, an das Web-Portal. Zudem garantiert Microsoft seinem Partner für die ersten 18 Monate Einnahmen in nicht bezifferter Höhe. Yahoo verspricht sich von dem Deal mittelfristig eine Steigerung des jährlichen Betriebsgewinns um 500 Millionen Dollar. Zudem spart sich der Konzern Investitionskosten in Höhe von 275 Millionen Dollar im Jahr.
Die konzerneigenen Suchtechnologien, an denen Microsoft im Gegenzug eine 10-Jahres-Lizenz erwirbt, will Yahoo eigenen Angaben zufolge allerdings nicht vollständig aufgeben, sondern weiterentwickeln, um insbesondere seine Kompetenz im Bereich Display-Advertising auszubauen. Während die Unternehmen bei der klassischen Bannerwerbung an ihren eigenständigen Vermarktungseinheiten festhalten, soll die weltweite Suchvermarktung künftig komplett im Hause Yahoo angesiedelt werden. Dabei wird die Self-Service-Plattform von Microsoft, AdCenter, eingesetzt, bei der die Preise für Suchwörter im Auktionsverfahren festgelegt werden.
Die Erwartungen an die Partnerschaft sind enorm. Mit ihrem Schulterschluss wollen Microsoft und Yahoo die Dominanz von Google im Online-Werbemarkt endgültig beenden. "Durch die Vereinbarung mit Yahoo sind wir in der Lage, mehr Innovation in der Suche, Mehrwert für Werbekunden und Auswahl für Internetnutzer zu bieten in einem Markt, der bislang von einem einzelnen Unternehmen dominiert wird", sagt Microsoft CEO Steve Ballmer. Dank des zu erwartenden Reichweitenzuwachses habe die Microsoft-Suche Bing die große Chance, sich zur Technologie der Zukunft zu entwickeln. Auch Yahoo-Chefin Carol Bartz hofft auf einen Befreiungsschlag und spricht gar von einem "neuen Zeitalter der Innovationen und Entwicklungen" im Internet. Dank des Deals mit Microsoft könne Yahoo seine Investitionen auf andere Zukunftsbereiche fokussieren.
Mit der Einigung geht ein rund 18-monatiger Annäherungsprozess zwischen Yahoo und Microsoft zu Ende. Ursprünglich hatte Microsoft im Februar 2008 angekündigt, Yahoo für die aus heutiger Sicht hohe Summe von rund 44 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Der damalige Yahoo-Chef Jerry Yang hatte sich aber mit Händen und Füßen gegen eine Übernahme gewehrt und damit auch einige Großaktionäre gegen sich aufgebracht, die den Deal angesichts der durchwachsenen Geschäftsentwicklung befürworteten. Im Januar 2009 wurde Yang schließlich abgesetzt und durch Carol Bartz ersetzt. mas
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- Marketing 26. Mai 2009: Microsoft-Suchmaschine "Bing" soll kommende Woche starten / 100-Millionen-Dollar-Etat
- Digital 22. April 2009: Yahoo will aufgrund schlechter Quartalszahlen erneut Stellen streichen
- Digital 19. Januar 2009: Neuer Kontakt zwischen Microsoft und Yahoo
- Leute 14. Januar 2009: Yahoo: Carol Bartz beerbt Jerry Yang als CEO
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- Digital 8. Juli 2008: Microsoft fordert Ablösung von Yahoo-Chef Yang
- Digital 2. Juli 2008: Microsoft will Yahoo offenbar erneut angreifen / Übernahme von Powerset
- Digital 1. Februar 2008: 44-Milliarden-Dollar-Deal: Microsoft greift nach Yahoo
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