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TV-Verbreitung

von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

Digitalisierungsbericht: Analog-TV wird zum Auslaufmodell


HDTV treibt auch die Digitalisierung voran 

HDTV treibt auch die Digitalisierung voran

Die Anzahl der Haushalte, die in Deutschland digitales Fernsehen beziehen, steigt. Nicht zuletzt das hochauflösende Fernsehen HD entwickelt sich zum Treiber der Entwicklung, auch das umfangreichere Angebot an Programmen lockt die Deutschen zum Umstieg von analog auf digital. Mittlerweile haben laut dem aktuellen "Digitalisierungsbericht 2010", den die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) heute veröffentlicht hat, fast 62 Prozent der TV-Haushalte einen Zugang zu digitalem Fernsehen.

 
Dabei entwickeln sich die einzelnen Übertragungswege unterschiedlich. Während DSL-TV an und für sich ein rein digitaler Weg ist, um Fernsehen zu empfangen, ist die Umstellung des terrestrischen Fernsehens seit 2009 abgeschlossen. Alle knapp 4,2 Millionen Haushalte, die TV auf diesem Wege beziehen, schauen digital.
Anders sieht es bei Kabel und Satellit aus. Satellit - nach Kabel der zweitwichtigste Empfangsweg für Fernsehen - erreicht für das digitale DVB-S langsam eine Sättigungsgrenze. Fast 80 Prozent der Satellitenhaushalte schauen zwar bereits digital. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies aber nur noch einen Zuwachs von 5 Prozentpunkte. Die Gründe: Viele Empfänger wissen nicht, dass der digitale Empfang überhaupt existiert und neben einem besseren Bild auch mehr Programme auf die heimischen Monitore bringen kann. Es besteht zudem Unsicherheit über die Geräte. Für den letzten Teil ist das analoge Fernsehen schlicht ausreichend.
 
Im Kabel ist das Wachstum an digitalen Haushalten noch größer und lag im Vergleich zum letztjährigen Digitalisierungsbericht bei 7,2 Prozentpunkten. Insgesamt schauen jedoch erst 37,8 Prozent der Kabelhaushalte digital. Der größte Übertragungsweg ist damit deutlich abgeschlagen auf dem Weg in die schöne neue Fernsehwelt. Das liegt unter anderem daran, dass auch Kabelhaushalte für den Empfang einen Receiver benötigen. Sie sind es jedoch gewöhnt, einfach einschalten zu können, ohne sich mit einem weiteren Gerät beschäftigen zu müssen. Vorschub dürfte die Umstellung im Kabel zu DVB-C durch die Geräteindustrie bekommen. Laut GfU und GfK wurden im 1. Quartal 2010 rund 2,1 Millionen LCD-TV-Geräte verkauft - und diese verfügen meist über einen integrierten Receiver für den Empfang von DVB-S und eben auch DVB-C.
 
Im Gegensatz zu Satellit haben die Kabelnetzbetreiber das Thema Digitalisierung bislang weit weniger gepusht. Allzu gelassen sollten sie das Thema jedoch nicht mehr sehen. Denn der Übertragungsweg verliert Kunden - zu Gunsten von DSL-TV. Das Internetbasierte Fernsehen, für das derzeit vor allem die Deutsche Telekom mit ihrem Triple-Play-Angebot Entertain steht, knabbert vor allem beim Kabel. pap
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