DLD
23.01.2012
Das „Recht, vergessen zu werden“: Die Datenschutzpläne von Viviane Reding
Noch in dieser Woche will EU-Justizkommissarin Viviane Reding einen Entwurf für die Novellierung der EU-Richtlinie zum Datenschutz vorstellen, der die Onlinewirtschaft von Grund auf verändert könnte. Einblicke in ihre Vorstellung eines einheitlichen europäischen Datenschutzrechts gab Reding auf der DLD-Conference in München. HORIZONT.NET stellt die Pläne Redings vor.
„Wir brauchen Regeln, die die bestehenden Regeln reformieren“, so Reding. Dabei sei es wichtig, den bestmöglichen Schutz von Daten in der digitalen Welt zu schaffen. Problematisch sei, dass aktuell jeder der 27 EU-Staaten eigene Datenschutz-Richtlinien habe, die sich oft gegenseitig widersprechen und wenig effizient seien. Unternehmen hätten so keine rechtliche Sicherheit. „Wir brauchen ein Gesetz für ganz Europa“, fordert Reding.Viviane Reding: Es ist nötig, dass jeder einzelne Nutzer Kontrolle über seine Daten hat.
All dies soll zugunsten des Konsumenten gehen: „Es ist nötig, dass jeder einzelne Nutzer Kontrolle über seine Daten hat“, betont Reding. Nutzer sollen durch das neue Gesetz einfacheren Zugang zu ihren Daten bekommen und sie von einem Anbieter zu einem anderen überführen können. Bei Datenlecks und -verlusten sollen Unternehmen dies künftig innerhalb von 24 Stunden den Behörden sowie den betroffenen Nutzern melden müssen. Außerdem betont Reding das „Recht, vergessen zu werden“: Sobald ein Nutzer seine Zustimmung an Daten, die er selbst dem Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, widerruft, müssten diese gelöscht werden. Die EU-Kommisarin betont jedoch, dass das „Right to be forgotten“ kein absolutes Recht sei: „Die Meinungs- und Pressefreiheit werden respektiert und erhalten werden“, so Reding.Viviane Reding: Die Nutzer müssen in einfacher, klarer Sprache informiert werden, welche Daten für welchen Zweck und für welchen Zeitraum gespeichert werden.
„Persönliche Daten sind die Währung unserer digitalen Welt“, deshalb sei es so wichtig, für die Verbraucher Sicherheit und Vertrauen zu schaffen, sagt die EU-Kommissarin. Sie fordert deshalb Transparenz: „Die Nutzer müssen in einfacher, klarer Sprache informiert werden, welche Daten für welchen Zweck und für welchen Zeitraum gespeichert werden.“ Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft befürchten angesichts dieser Worte, dass künftig das Setzen jedes einzelnen Cookies zustimmungspflichtig werden könnte – und die Werbewirtschaft im Internet so zum Erliegen kommen könnte. Reding selbst sieht das anders: „Wenn wir alles richtig machen, wird das Gesetz eine großartige Möglichkeit für Unternehmen sein“, so die Politikerin. sw
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