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30.10.2009

Bertelsmann gibt Lernplattform Scoyo auf


Bertelsmann will sich von der Lernplattform trennen 

Bertelsmann will sich von der Lernplattform trennen

Lektion ohne Erfolg beendet: Der Medienkonzern Bertelsmann will Unternehmenskreisen zufolge sein digitales Start-up Scoyo loswerden und sucht einen Käufer für die ambitionierte, kostenpflichtige Online-Lernplattform. Erst in diesem Februar war Scoyo im Netz gestartet und brachte einige Anerkennung für sein „Edutainment"-Konzept - aber offenbar noch mehr Kosten. Jetzt teilte die Geschäftsführung den rund 60 Mitarbeitern in Hamburg mit, dass sich Bertelsmann zurückziehen wolle, weil die Geschäftsentwicklung nicht den ursprünglichen Erwartungen entspreche.
 
Derweil lässt Bertelsmann verbreiten, dass Scoyo mit anderen Investoren, die vielleicht andere Maßstäbe anlegten, sehr wohl wirtschaftlichen Erfolg haben könnte. Es soll bereits konkrete Gespräche mit mehreren möglichen Investoren geben. Schätzungen zufolge hat Bertelsmann seit Entwicklungsstart in 2007 bisher rund 20 Millionen Euro in Scoyo gesteckt.
 
Der Rückzug ist insofern bemerkenswert, als Bertelsmann angesichts rückläufiger Medienmärkte gerade mit dem Bildungsbereich erhebliche Wachstumshoffnungen verbindet - oder verband. Unklar ist bisher, inwieweit der geplante Verkauf mit einer generellen Abkehr vom digitalen Bildungsbereich einhergeht. Oder ob Scoyo nur ein weiteres Beispiel ist für das nicht gerade goldene Händchen der Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh mit Unternehmungen im Internet, siehe das Ex-Portal Lycos Europe und der Community-Versuch Bloomstreet.
 
Nachtrag: Ein Bertelsmann-Sprecher betont, Scoyo habe nichts mit der - weiterhin aktuellen - "Education-Strategie" des Konzerns zu tun, sondern sei vielmehr aus der parallel laufenden "Innovations-Offensive" heraus entstanden. rp

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