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von Roland Pimpl,
Redakteur / Korrespondent Hamburg

Bertelsmann: RTL und G+J greifen sich bei Digital-Vermarktung unter die Arme


G+J-EMS-Geschäftsführer Arne Wolter 

G+J-EMS-Geschäftsführer Arne Wolter

Die Bertelsmann-Töchter RTL-Gruppe und Gruner + Jahr rücken bei der Werbevermarktung zusammen. Genauer: Bei der Zweitvermarktung ihres Bewegtbild- und Mobile-Inventars. Ab 2010 übernimmt der RTL-Vermarkter IP Deutschland die exklusive Zweitvermarktung der Bewegtbilder im Portfolio von G+J Electronic Media Sales (EMS). Damit erweitert die IP ihr bisheriges Videoangebot auf Portalen wie RTL.de, Vox.de, Frauenzimmer.de und Clipfish.de um 15 weitere Marken - meist G+J-Sites (Stern.de, Brigitte.de, Chefkoch.de, FTD.de), aber auch Mandanten von G+J EMS, etwa Sportal.de. Darüber hinaus will IP das G+J-Inventar in ihre Marktforschung integrieren, um die Validität der Bewegtbild-Studien zu erhöhen.
 
Im Gegenzug übernimmt G+J EMS die exklusive Zweitvermarktung des mobilen Inventars von IP Deutschland, darunter die Mobile-Portale von RTL, N-TV, Clipfish.de, Kochbar.de und Wetter.de. Zum bisherigen Mobile-Portfolio von G+J EMS gehören neben einigen G+J-Angeboten und der Zweitvermarktung der mobilen Sites von Tomorrow Focus (Focus.de, Tvspielfilm.de, FAZ.net, Chip.de) vor allem die Handy-Portale von O2 und Vodafone. Mit den IP-Neuzugängen erreicht G+J EMS nach eigenen Angaben monatlich über 400 Millionen Mobile Page Impressions.
Die Erst- und Einzelvermarktung der eigenen Bewegtbild- und Mobile-Angebote verbleibt bei G+J EMS beziehungsweise IP Deutschland; der Vermarktungstausch gilt nur für das Inventar, das in der ersten Runde nicht verkauft werden konnte. Um die beiderseitige Auslastung zu erhöhen, nehmen der Bewegtbild-Spezialist IP und der Mobile-Riese G+J EMS das jeweilige Inventar des Partners mit in ihre Zielgruppen- und Themenpakete auf. Dabei gehe es nicht darum, Restposten billiger oder Performance-orientiert zu verscherbeln, betont G+J-EMS-Geschäftsführer Arne Wolter: Die Kunden wüssten, wohin ihre Werbung ausgeliefert wird, „und das hat seinen marktgerechten Preis - anders als bei reinen Restplatzangeboten vieler Wettbewerber". Durch die Reichweitenbündelung ergeben sich bei Bewegtbild neue Möglichkeiten für themenbezogene Buchungen, ergänzt Paul Mudter, Geschäftsleiter Interactive bei IP. Und wohl auch fürs Targeting.
 
Der Austausch von Vermarktungsexpertise unterm Konzerndach und die unterschiedlichen Prioritäten dabei - RTL/IP für Bewegtbild, G+J für Mobile - deuten zugleich an, dass und wie die zwei Bertelsmann-Sparten die beiden digitalen Wachstumsmärkte unter sich aufteilen könnten, anstatt gegeneinander anzutreten. Bei dem Deal habe es aber keinerlei Konzernregie gegeben, betonen Mudter und Wolter mit Verweis auf die dezentrale Verfassung von Bertelsmann. rp
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