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von Volker Schütz,
Chefredakteur

Angst vor Apple? Aus dem WePad wird WeTab


Aus dem WePad wird das WeTab 

Aus dem WePad wird das WeTab

Als deutsche Antwort auf Apples iPad und Hoffnungsträger der Verlagsindustrie hatte Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen das WePad positioniert. Doch das als selbstbewusster Tiger gestartete Berliner Unternehmen ist auf bestem Wege, mit seinem ehrgeizigen Vorhaben als Bettvorleger zu landen. Jüngster FauxPas: Das WePad muss - auf Druck Apples? - umgetauft werden: WeTab heißt nun der Tablet-PC der im Spätsommer auf den Markt kommen soll.
 
Das Jahr 2010 ist so alt noch nicht. Doch die Markteinführung des WePad, Verzeihung WeTab, hat jetzt schon das Zeug, in Marketing-Lehrbüchern einmal einen Ehrenplatz dafür einzunehmen, wie man ein Produkt nicht launchen darf. Begonnen hat die Neofonie-Pechsträhne mit einer gründlich misslungenen Präsentation des WePad am 12. April. Vor großer Journalistenkulisse wurde seinerzeit ein Prototyp gezeigt, der statt lauffähiger Software eine eingebaute Videoschleife mit Funktionsbeschreibungen zeigte. In den Blogs, Communities und auf Websites wie Spiegel Online wurde das WePad daraufhin als „Phantom" verhöhnt. Zwei Wochen später wurde dann - einem kleinen erlauchten Kreis - ein funktionierendes WePad präsentiert. „Das WePad lebt" schrieb Kress Online.
Nun aber der nächste Nackenschlag für das Produkt, das ab August verkauft werden soll - Apples iPad ist ab dem 28. Mai erhältlich: Das WePad darf nicht mehr WePad heißen. WePad ist tot - lang lebe das WeTab. Und auch jetzt höhnt die Facebook-Community. Und wie im April beweist Neofonie nicht gerade Web-konforme Informationspolitik. Meedia.de urteilt beispielsweise über die verbalen Verrenkungen des Berliner Unternehmens: „Ergänzt von einem fröhlichen "Viel Spaß hier weiterhin, Euer WeTab-Team" hüllt sich das Unternehmen über die Hintergründe in Schweigen." 
 
So weit so schlecht: Ungewollt bekommt Neofonie für seinen Tablet-PC zwar jede Menge Publicity - die Lust auf das Surfbrett Made in Germany wird dadurch  nicht geweckt. Da hilft auch die offizielle Begründung für den Namenswechsel nicht: Neofonie will sein "Produkt am internationalen Markt noch deutlicher abgrenzen". Aha! Das hätte man sich auch früher überlegen können. Wie manches andere auch: Ob und mit welcher Werbeagentur und -kampagne der Produktlaunch erfolgen soll. Welche Verlage zum Start weg mit dabei sein werden. Aber derzeit hat Neofonie-Chef Ankershoffen andere Sorgen als die Frage nach einer Werbeagentur: Hoffentlich hat er sich wenigstens einen Spezialisten für Krisen-PR zugelegt. vs/bn
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