Media-Affäre
Erste Verurteilung im Ruzicka-Verfahren
Im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen die beiden Ex-Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn ist es zu einer ersten Verurteilung gekommen. Wie heute bekannt wurde, hat das Amtsgericht Wiesbaden Anfang April den Strafbefehl gegen Manuela R., eine ehemalige hochrangige Mitarbeiterin in der Einkaufsabteilung von Aegis Media, erlassen.
Der Strafbefehl ist seit dem 23. April rechtskräftig. Ein Strafbefehlsverfahren ist ein vereinfachtes Verfahren zu einer rechtskräftigen Verurteilung ohne mündliche Hauptverhandlung. Manuela R. wurde wegen „Beihilfe zu schwerer Untreue“ in insgesamt acht Fällen zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommt eine Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro.
Manuela R. gilt als eine Art Kronzeugin der Anklage. Anfang März hatte sie bei ihrer Vernehmung in der Hauptverhandlung gegen Ruzicka und Linn vor dem Landgericht Wiesbaden die Angeklagten schwer belastet. Damals hatte die Zeugin ausgesagt, Unregelmäßigkeiten beim Einsatz und der Kapitalisierung von TV-Freizeiten aus dem Agenturpool bemerkt zu haben. Nach Gesprächen mit ihrer damaligen Vorgesetzten Claudia Jackson habe sie daraufhin Sonderzahlungen in Höhe von rund 430.000 Euro erhalten. Beoabachter des Verfahrens sprechen von Schweigeled.
Die Verteidigung von Ruzicka hatte nach der Vernehmung von Manuela R. mehrfach darauf hingewiesen, dass sie die Zeugin und ihre Angaben für nicht glaubwürdig hält. Zudem hatte die Verteidigung Absprachen von Manuela R. mit der Staatsanwaltschaft über Inhalte ihrer Aussage unterstellt.
Beim heutigen Prozesstag wurde der jetzige Leiter des strategischen Einkaufs von Aegis René S. vernommen. Er arbeitet seit Oktober 2004 bei Aegis und kam damals vom RTL-Vermarkter IP Deutschland. René S. war seitdem zusammen mit Linn, Jackson und Manuela R. in der Führung der Einkaufsabteilung von Aegis tätig. Er sagte aus, dass die Einbindung der Firma Emerson FF der Kapitalisierung von TV-Freizeiten aus dem Agenturpool diente. Aegis habe sich wohl für diesen Weg entschieden, da viele Kunden nicht bereit waren, für Freispotkontingente aus dem Agenturpool zu bezahlen. Aus seiner Sicht handelte es sich bei dem Modell mit Emerson FF also um eine Art „Scheingeschäft“, um Freespace, der der Agentur gehörte, besser verkaufen zu können.
Davon, dass Emerson FF dafür Rechnungen an Aegis Media stellte, habe er keine Kenntnis gehabt, so René S. Ebenfalls unbekannt war dem Zeugen eine etwaige Zusammenarbeit mit Firmen außerhalb der Aegis-Gruppe mit dem Ziel der Informationsbeschaffung, Marktbeoabachtung oder Pitchvorbereitung. Auch aus seiner Zeit beim RTL-Vermarkter IP Deutschland kenne er keine solche Firmen.
- Agenturen 6. Mai 2008: Ruzicka-Prozess: Verteidigung legt Widerspruch gegen U-Haft-Beschluss ein
- Agenturen 5. Mai 2008: Ruzicka-Prozess: Verfahrenseröffnung gegen Kernebeck weiter offen
- Agenturen 28. April 2008: Ruzicka-Prozess: Verteidigung beantragt Einstellung des Verfahrens
- Agenturen 24. April 2008: Aleksander Ruzicka bleibt in Untersuchungshaft
- Agenturen 16. April 2008: Ruzicka-Prozess: Verfahren geht nur langsam voran
- Agenturen 7. April 2008: Ruzicka-Prozess: Krennrich-Geschäftsführer sagt aus
- Agenturen 18. März 2008: Ruzicka-Prozess: Zeuge hält Geschäfte mit ZHP für wenig vorteilhaft
- Agenturen 13. März 2008: Ruzicka-Prozess: Verteidigung bezweifelt Glaubwürdigkeit der Kronzeugin
- Agenturen 10. März 2008: Media-Affäre: Kernebeck muss noch bis Mai zittern
- Agenturen 5. März 2008: Ruzicka-Prozess: Zeugin belastet die Angeklagten schwer
- Agenturen 4. März 2008: Ruzicka-Prozess (Update): Carat-Mitarbeiterin sagt zu Freispots aus
- Leute 21. Februar 2008: Ruzicka-Affäre: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den gefeuerten Ferrero-Mediachef Herbert Korrell
- Agenturen 20. Februar 2008: Ruzicka-Prozess geht in die Verlängerung
- Agenturen 19. Februar 2008: Kurze Pause im Ruzicka-Verfahren
- Agenturen 14. Februar 2008: Entscheidung über Kernebeck-Anklage erst Mitte März
- Agenturen 13. Februar 2008: Niederlage: Ex-Aegis-Manager Aleksander Ruzicka bleibt weiter in Untersuchungshaft
Weitere Nachrichten aus Agenturen vom 19.05.2008:
Hewlett Packard vergibt Marketing Services Etat an Publicis
Rekordausbeute beim Clio Festival / Bewegtbilder aus Miami auf HORIZONT.NET
Scholz & Volkmer gewinnt McDonald's-Etat und baut Berliner Büro aus
Comprix: Ogilvy und Schmittgal dominieren / Bildergalerie
FFE Media erhält Auftrag der Wohnungsbaugenossenschaften
Kolle Rebbe positioniert Kölln Müsli als Familienmarke
Persil Gel
Unter dem Motto "Persil Gel. Das passt zu mir" macht Henkel, Düsseldorf, mit einer crossmedialen Kampagne auf die Persil Flüssigrange aufmerksam. Ab kommender Woche werben TV-Spots, Anzeigen und Plakate für die vier Gel-Varianten Color, Universal, Sensitive und das neue Produkt "mit der Frische von Vernel".
Nachrichten: Kritik an PR-Ausschreibung von Hamburg
Hummel-Hummel: Blog-Schuss in den Ofen!
TV: Neckermann Reisen Sommerkatalog
Torsten: Ich stehe auf Bademoden
Top der Woche: Hier dürfen sich Frauen austoben
Torsten: Killerargumente
Das Spießer Alfons-Thema der Woche:
Gutes aus Kartoffeln – gar nicht funny!
- 15. Juli 2008 Kohler , Carat
- 15. Juli 2008 Harman International , Trademark Consulting
- 14. Juli 2008 Hamburg Marketing , Scholz & Friends Brand Affairs
Live-Stream-Angebote im Web sollen in Bayern ab August nur noch mit Sendelizenz ausgestrahlt werden dürfen, sobald sie gleichzeitig mehr als 500 Zuschauer erreichen. Das plant die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Davon wären womöglich auch die Web-TV-Angebote von Blogs und Co betroffen. Ähnliche Ziele verfolgt der Entwurf des Rundfunkstaatsvertrags.













