24.06.2009
Debatte
"Zombie-Kreation": Kassaei erntet Verständnis - und Kritik
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24.06.2009
"Ob Club der Innovatoren, kreative Unternehmensberatung oder Zombie-Kreation - man merkt, dass Kassaei eher Stratege ist als Texter", kommentiert etwa Jan Leube, Chief Creative Officer bei BBDO Berlin, den jüngsten Vorstoß des ADC-Sprechers. In Cannes würden jährlich die frischesten Erzählformen gesucht, die den Ruhm und den Umsatz von Marken mehren. Alles, was irrelevant sei, werde ohnehin durch den dortigen Markt bereinigt, glaubt Leube. "Gerade jetzt, da die klassischen Bezahlbühnen zunehmend in die Knie gehen, wird Content, der so compelling ist, dass er sich von alleine durchsetzt, zur einzig wichtigen Währung in der Attention Industry formerly known as Advertising", meint Leube. Jedes Rumhacken auf Schaltplänen und Nationalitäten sei nicht nur irrelevant und langweilig, sondern auch politisch durchschaubar.
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- Agenturen 18. Juni 2009: ADC-Sprecher Amir Kassaei: Deutsche Award-Werbung ist „Zombie-Kreation"
Fleischie sagte am 23.06.2009 um 20:44
Herr
Zombies, die zu Staub zerfallen, eine compelling neue Währung für das relevante Publikum und jetzt auch noch Vampire. Das ist ja kaum auszuhalten. Nach Cannes bitte alle wieder ab in die Grabkammer mit Euch und Ruhe!
Marc Wirbeleit sagte am 24.06.2009 um 09:29
Taxi-Test
Jeff Goodby spricht in "Advertising Age" vom Taxi-Test: Wenn der Taxifahrer einen fragt, was man beruflich macht, kommt auf die Antwort "Werbung" unweigerlich die nächste Frage: "Kenn ich was von Ihnen?". Je mehr nur für die Awards produziert wird, desto weniger hat man von vermeintlich tollen Arbeiten außerhalb der Community (oder oft genug außerhalb der einreichenden Agentur) gehört. Goodby fordert für Wettbewerbe, Arbeiten schwächer zu bewerten, von denen nie jemand etwas gehört hat. Und für uns Kreative, dass wir an unserem Ruhm außerhalb der Agentur arbeiten. Auch das ist eine Form der Relevanz. http://adage.com/cannes09/article?article_id=137525
Boris Grzésik sagte am 24.06.2009 um 09:40
Wo ist die Neuigkeit?
Junioren, die spät abends Auflagen per Hand zusammenkleben, damit eine Arbeit als veröffentlicht gilt, und Medien, die aus demselben Grund auf Kosten der Agentur gebucht werden, sind doch ein altbekanntes Bild in der deutschen Agenturlandschaft. Ebenso geläufig bleibt die Eitelkeit der initiierenden Kreativen ? Ordensverleihungen sind eben nicht totzukriegen, ganz unabhängig vom Niveau. Was Kreativen als kreativ gilt, bewegt nicht unbedingt Zielgruppen, und jene Resultate, die man aus dem eigenen Portfolio lieber wegläßt, um nicht als Langweiler zu gelten, arbeiten am Markt damals wie heute tendentiell eher zuverlässig. Daß nicht jeder kulturelle Hintergrund globalisierbar ist und daher in Cannes oder New York nicht witzig ist, was in Frankfurt oder Hamburg authentische Innovation bedeuten würde, kann dabei eine Rolle spielen. Trotzdem gilt der Hinweis, es handele sich ja bloß um Werbung, als möglicherweise zynisch. Aber so geht es allem, was realitätsnah ist.
Freier sagte am 24.06.2009 um 09:45
Schon gelesen?
(gefunden unter den Beiträgen zu BMW, TV-Spot): "....neben dieser Mehrwert-Strategie verfolgte man eine direktere Zusammenarbeit zwischen Kreativen und Audi-Ingenieuren. Beide Seiten hatten den Ehrgeiz, klar verständlich zu machen, welchen Mehrwert ein Audi bietet (die Marketing-Abteilungen waren damals noch nicht so aufgebläht, dass sie einen solchen Austausch blockierten). Die Ingenieure wollten den Audi zunächst einen Gletscher hochfahren lassen, woraus die Kreativen den legendären Sprungschanzen-Spot entwickelten. Die Idee "Streichholzschachtel" für den procon-ten Spot basierte ebenfalls auf der Vorlage eines Audi-Ingenieurs. Wieder war es ein Kreativer, der das Potenzial dieser Idee erkannte und mehr daraus machte. AUDI fuhr nach der Sprungschanze erneut in die Herzen der Menschen und holte mit der Streichholzschachtel in Cannes das zweite Gold (die ersten Cannes-Gold-Gewinne überhaupt für Dtld). Was damals passierte, ist vermutlich das, was die deutsche Kreativbranche heute gerne als KREATIVE UNTERNEHMENSBERATUNG etablieren bzw. reloaden möchte. Spinner treffen Tüftler. Oder wie es Porsche Ende der 80er Jahre in einer englischen Print-Anzeige deutlich machte: "Wir schließen unsere Ingenieure so lange ein, bis wir sie hinter der Tür kichern hören wie kleine Kinder." Sollten es nicht wieder die Kreativen sein, die diese Tür zuerst öffnen dürfen?...
Herr sagte am 24.06.2009 um 10:17
Witzig
Kassaei hat zwar Recht. Aber das macht es auch nicht besser, dass gerade DDB mit Zombie Kreationen viele Preise gewinnen. Einen bronzenen Löwen für die Tankstellenquittungsnummer. Man, man, man. Die Arbeit existiert nur in Photoshop. ADC Juroren haben bei der Tankstelle angerufen. Da war niemand von DDB oder VW. Bevor Kassaei immer gleich lospoltert, sollte er bzw. seine Agentur mal anfangen echte Arbeiten zu kreieren und mit denen etwas zu gewinnen. Oder das Ganze könnte natürlich wieder ein Case vom Kassaei sein: "Wie schaffe ich es mit eigenen Zombie Kreationen Preise zu gewinnen, und die anderen nicht." DURCH ABLENKUNG! Und zu den anderen beiden: Nicht immer labern, sondern auch mal machen. Oh, ich sehe gerade den neuen Danone Spot von Y&R Frankfurt. Ich weiß jetzt nicht, ob ich Lust auf Joghurt bekomme, oder kotzen muss.
Gähner sagte am 24.06.2009 um 11:16
@marcwirbeleit
Taxifahrer? Ihr ADC-Jungs greift ja noch nicht mal zu, wenn Euch ein ganzer VW-Bus angeboten wird, gepostet am 12. Januar 2009: "..vorausgesetzt, der ADC schickt mir eine Einladung, miete ich einen VW-Bus und reise mit zehn Konsumenten aus dem durchschnittlichsten Gebiet Deutschlands (Osnabrücker Land) zur ADC- Jurierung in das ehemalige Kosmos-Kino. Wenn einer meiner Mitfahrer eine ausgezeichnete Arbeit gestützt erinnert, dann sollte diese Arbeit ein Extra-Sternchen bekommen. Denn dann war die betreffende Agentur offenbar auch in der Lage, den Kunden davon zu überzeugen in diese ausgezeichnete Arbeit zu investieren. Das macht doch auch Sinn, oder? Natürlich sind 10 Personen nicht repräsentativ. Aber muss dieses verkäuferische Element nicht auch mal gelobt werden?"
Hans sagte am 24.06.2009 um 11:36
biotope trockenlegen
wenn man sich nur mal die seiten der filmproduktionen anschaut, sieht man doch sofort, was echte spots sind und was zombieclips. die festivals und awards sollten knallharte regeln einführen, um zombieclips das wasser abzudrehen. (mindestens 100 ausstrahlungen der spots, mindestens 25 abrdrucke bei printanzeigen usw) wenn ein jan leube auf dem kindischen viraltrip hängengeblieben ist, kann man ihm eh nicht mehr helfen. sogar bei der shots nimmt's ja schon langsam überhand mit den zombieclips!
Saturday sagte am 24.06.2009 um 14:05
ts ts ts
Geht mal nicht so schlampig mit den Horrorfiguren um. Vampire: zerfallen bei Tageslicht zu Staub. Zombies: Untote, denen macht die Sonne nix aus. Grabkammern: Heimat der Mumie. Fehlt nur noch, dass Werwölfe Angst vor Knoblauch haben. PS: Wirklich beängstigend und peinlich ist, dass es eine vom ADC hochgelobte Zombie-Funkkampagne (Absurd geringerer Kraftstoffverbrauch) nach internationalen Standards noch nicht mal auf die Shortlist schafft.
Zombie sagte am 24.06.2009 um 15:22
Amir Kassaei ist doch der Zombie aller Zombies
Es ist doch kein Geheimnis, dass Amir Kassaei der Koenig der Goldideen Einreicher ist. Warum brüllt er denn jetzt wieder am lautesten um sich herum?
chris sagte am 25.06.2009 um 14:59
Die Besten
Schön dass Herr Kassaei immernoch die 'besten' Zombies macht. Aber war ja zu erwarten, schließlich hat er ja angekündigt, dass er sich für die 'Relevanz' bei Cannes Höchstpersönlich einsetzt. Und relevant ist was Punktet. Scho' a weng Schizzo Herr Kassei, wir sind gespannt auf die nächste Ankündigung.Weitere Nachrichten aus Agenturen vom 24.06.2009:
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