Ruzicka-Affäre
09.01.2009
Wunschkind weist Aegis-Forderungen zurück
Die Wiesbadener Werbeagentur Wunschkind hält die Millionen-Forderungen von Aegis Media für unberechtigt. Das erklärt Agenturchef Ralf Tippelt in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber HORIZONT.NET. Wie gestern gemeldet, hat Aegis Media kurz vor Weihnachten einen Mahnbescheid beim Amtsgericht in Hünfeld über 7,5 Millionen Euro gegen die ZHP-Nachfolgefirma Wunschkind eingereicht.
In seiner Stellungnahme erklärt Geschäftsführer Tippelt, dass dieser Bescheid noch nicht bei der Agentur eingegangen ist. „Ein solcher wurde uns avisiert mit der einzigen Begründung, die Verjährung der angeblichen Ansprüche zu unterbrechen“, schreibt Tippelt. Zudem betont der Wunschkind-Chef, dass „die Ansprüche völlig unberechtigt sind. Die Gegenseite hat diese seit 2006 nicht gerichtlich geltend gemacht, was für sich spricht“.
Gleiches gilt auch für die weiteren Mahnbescheide, die Gaedertz im Auftrag von Aegis Media zum gleichen Zeitpunkt beim Amtsgericht in Hünfeld eingereicht hat. Dabei handelt es sich seinen Angaben zufolge um einen Mahnbescheid in Höhe von 4 Millionen Euro, der dem ehemaligen Carat-Geschäftsführer Heinrich Kernebeck wohl Ende Januar ins Haus flattern wird.
Die weitaus höhere Schadensersatzforderung von 20 Millionen Euro aber erging an den einstigen Aegis-CEO Aleksander Ruzicka. Insgesamt fordert Aegis Media von Ruzicka, Kernebeck und der Werbeagentur Wunschkind 31,5 Millionen Euro zurück und wird in diesem Frühjahr die jeweiligen zivilrechtlichen Prozesse anstrengen. Allerdings beträfen diese Mahnforderungen laut Gaedertz nur die Jahre 2003 bis 2005. „Die Forderungen für 2006 werden noch folgen“, fügt der Anwalt hinzu.
Sämtliche Schadensersatzansprüche stehen im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Ruzicka, der insgesamt 51,2 Millionen Euro bei Aegis Media veruntreut haben soll. Die Agenturgruppe hat in der Vergangenheit bereits mehrere Arreste auf verschiedene Grundstücke von Ruzicka erwirkt und laut Gaedertz hat auch die Wiesbadener Kriminalpolizei 12 Millionen Euro bei den beteiligten mutmaßlichen Tarnfirmen Watson Communication und Ortago eingefroren. Dieser Arrest sei noch vor der Firmenliquidierung erteilt worden, so dass die Summe nicht in die Insolvenzmasse einginge. ejej
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