Mega-Etats
Unilever schreibt Mediaetat neu aus
Schlechte Nachrichten für Mindshare: Der Agentur droht der Verlust ihres Großkunden Unilever. Wie der Konsumgüterriese ankündigt, soll der Mediaetat in zentralen Märkten neu ausgeschrieben werden. "Unilever hat in den vergangenen Jahren einen signifikanten Wandel vollzogen. Dieser Review ermöglicht uns, die optimalen Lösungen für unser Geschäft zu finden", begründet Laura Klauberg, Vice President Global Media bei Unilever, den Schritt.
Der Startschuss fällt noch im Juli. In Europa, wo die WPP-Tochter mit Unilever besonders dick im Geschäft ist, sind neben Großbritannien und Deutschland auch Spanien, Italien, Frankreich, Polen, die Niederlande und Russland betroffen. Außerdem findet der Pitch, zu dem neben Agenturen aus dem WPP-Reich auch Unilever-Dienstleister aus den Netzwerken Omnicom und Interpublic geladen werden, in den USA, Indien, China, Argentinien und Mexico statt.
Bei dem Pitch geht es um einen der größten Etats überhaupt. Schätzungen zufolge summieren sich die weltweiten Mediaspendings von Unilever auf 3,5 Milliarden Euro im Jahr. Allein in Deutschland hat der Mutterkonzern von Marken wie Rama, Becel, Lätta, Bertolli und Magnum laut Nielsen von Januar bis Mai 2009 rund 125 Millionen Euro brutto in klassische Werbung gesteckt.
Völlig überraschend kommt die Ankündigung, Planung und Einkauf neu vergeben zu wollen, freilich nicht. Andrea Schmidt, Vice President Marketing bei Unilever Deutschland, hatte bereits Mitte Juni gegenüber HORIZONT angekündigt, die Agenturbeziehungen auf den Prüfstand stellen zu wollen. "Wir werden uns kritisch anschauen, ob unsere bestehenden Dienstleister diejenigen sind, die uns das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, das wir bekommen können", sagte Schmidt damals. Zudem kündigte Schmidt an, die Mediaausgaben in Deutschland 2009 deutlich steigern zu wollen. mas
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