HORIZONT.NET
07.08.2008

Studie: Öffentliche Ausschreibungen kosten 19 Milliarden Euro


Christina Marx kümmert sich beim GPRA um die Vergabe-Thematik 

Christina Marx kümmert sich beim GPRA um die Vergabe-Thematik

Laut einer vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie belaufen sich die Kosten für öffentliche Vergabeverfahren pro Jahr auf 19 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 10 Milliarden auf die Dienstleister, die sich um einen Auftrag bewerben, den Rest tragen die ausschreibenden Behörden.
 
Die von Rambøll Management erabeitete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bei öffentlichen Liefer-, Dienstleistungs- und Bauaufträgen rund 20 Prozent der Kosten eingespart werden können. Als wesentliche Kostentreiber aufseiten der Dienstleister gelten die Angebotslegung (4 Mrd. Euro), die Recherche von Ausschreibungen (2 Mrd. Euro) und die Auswertung der Vergabeunterlagen (1,7 Mrd. Euro). Bei den Vergabestellen fallen vor allem die Erstellung der Unterlagen und die Prüfung der Angebote (je 1,5 Mrd. Euro) ins Gewicht. Einsparpotenzial sehen die Verfasser der Studie vor allem in der Verwendung elektronischer und einheitlicher Formulare.
 
Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA), die sich seit einiger Zeit mit der Vergabepraxis beschäftigt, begrüßt die Empfehlungen. "Mit der Studie ist es gelungen, umsetzungsorientierte Vorschläge vorzulegen", erklärt Christina Marx, die sich im Verband federführend um das Thema kümmert. "Was wir jetzt brauchen, ist ein gesunder Pragmatismus in der Vergabepraxis. Auftraggeber und -nehmer müssen die Vorschläge in einer gemeinsamen Anstrengung umsetzen", so Marx weiter.
 
Auf große Zustimmung des Verbands stoßen Anregungen der Studie zur Erstellung eines einheitlichen Vergabehandbuchs und die Nennung aller geforderten Nachweise in einer Checkliste. Das Gleiche gilt für die zentrale Veröffentlichung aller Vergabebekanntmachungen und eine vereinfachte Eignungsprüfung. Die komplette Studie finden Sie hier. mam
 
Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT 32/2008 vom 7. August.
 

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