Firmenpleiten
06.08.2010
Springer & Jacoby: Insolvenzverfahren kann lange dauern
Die Agentur Springer Jacoby (S&J) wird wohl noch lange die Hamburger Gerichte beschäftigen. Unter Umständen kann sich das Insolvenzverfahren, das am 7. Mai vor dem Hamburger Amtsgericht eröffnet wurde, über mehrere Jahre hinziehen.
Die Agenturmarke wird in ihrer bisherigen Form zwar abgewickelt, aber womöglich doch erhalten bleiben. Wie der vom Amtsgericht bestellte Insolvenzverwalter Ingmar Jarchow erklärt, "gibt es eine Handvoll Interessenten, die die Marke S&J kaufen wollen". Um wen es sich dabei handelt, will der Hamburger Rechtsanwalt nicht preisgeben. Zumal derzeit noch unklar ist, wem die Summe, die ein Verkauf einbringen würde, zugute kommt.
Seinen Angaben zufolge haben seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Mai rund 130 Gläubiger ihre Ansprüche gegenüber der ehemaligen Hamburger Werbeagentur geltend gemacht. Die größte Gläubigergruppe sind laut Jarchow die Ex-Mitarbeiter. Insgesamt schätzt er die Verbindlichkeiten der Agentur auf rund 4 Millionen Euro. Der Verkauf des Markennamens ist angesichts dieses Schuldenbergs freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im vergangenen Jahr wurde der Name S&J für 250.000 Euro im Markt angeboten. Zuletzt interessierte sich die Agenturgruppe Scholz & Friends dafür, die nach Sichtung der Unterlagen aber von einem Kauf Abstand nahm.
Ob der einstige S&J-Inhaber Schaffhausen die Summe aus einem möglichen Verkauf an die Gläubiger abtreten muss, ist vorerst offen. Ebenso, ob die Hamburger Staatsanwaltschaft ihn wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung anklagen wird. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bernd Mauruschat bestätigt, dauern die Ermittlungen gegen Schaffhausen an. Neben dem Hauptvorwurf der Insolvenzverschleppung "könnte noch der Verdacht der Nichtabführung von Arbeitnehmeranteilen an die Sozialversicherer hinzukommen", fügt Mauruschat hinzu.
Alle Fakten werden seinen Angaben zufolge derzeit von den Wirtschaftsreferenten der Behörde geprüft, die in rund zwei Monaten ein vorläufiges Gutachten erstellen werden. Von diesem Gutachten wird es abhängig sein, ob gegen Schaffhausen ein Verfahren eröffnet wird oder nicht.
Gegenüber HORIZONT.NET betont Schaffhausen, dass es sich "um Vorermittlungen handelt". Ansonsten könne er gar nichts bestätigen, da ihm die Akte der Staatsanwaltschaft nicht bekannt sei. "Aber das interessiert mich auch nicht. Ich habe genug mit der Abwicklung von Springer & Jacoby zu tun", so Schaffhausen. ejej
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