19.11.2008
Management
Sparprogramm für Omnicom-Agenturen
Nach WPP und Publicis haben nun auch die Netzwerke der Omnicom-Gruppe ihren Töchtern teilweise drastische Sparprogramme verordnet. Zu der Holding gehören unter anderem BBDO, TBWA und DDB.
Bei BBDO heißt das entsprechende Programm "Freeze". Es sieht einen generellen Einstellungsstopp sowie das Einfrieren aller Gehälter vor. Darüber hinaus werden die Budgets für Aus- und Weiterbildung reduziert und Reisekostenetats gekürzt. "Telefonkonferenzen sind preiswerter als reale Meetings", heißt es zum Beispiel in einer Mail von Frank Behrendt, Deutschland-CEO der BBDO-Tochter Pleon, an die Mitarbeiter der Agentur.
"Vorhandenes - ausbaufähiges - Kundengeschäft hat klare Priorität vor New Business", so Behrendt in dem Schreiben. Bestehende Kapazitäten sollen "standortübergreifend noch stärker als bisher" ausgetauscht werden. Auch die Chefs anderer Töchter haben die Angestellten über die Situation und das Maßnahmenpaket informiert.
Noch vor wenigen Wochen hatten Vertreter von Omnicom-Firmen erklärt, dass ein genereller Einstellungsstopp bei ihnen kein Thema sei. Einen Stellenabbau in größerem Umfang soll es vorerst nicht geben. Dem Vernehmen nach wurden jedoch bereits in den vergangenen Wochen und Monaten in mehreren Networkagenturen die Teams verkleinert.
WPP und Publicis hatten ihren Agenturen schon im Oktober vergleichbare Sparprogramme verordnet. So verhängte WPP bis Februar 2009 einen Einstellungsstopp, Publicis sogar bis April 2009. Auch die Zusammenarbeit mit Freelancern soll auf ein Minimum heruntergefahren werden. mam
Dr. Brinkmann sagte am 19.11.2008 um 23:07
Sehr schöne Perspektive...
...hat es denn in den fetten Jahren Bonuszahlungen bis in die arbeitenden Schichten gegeben? Wo sind denn die Gewinne der letzten Jahre geblieben? Rücklagen, die jetzt genutzt werden könnten, um Löcher in der "schlechten Zeit" auszugleichen? Nix da! Das haben sich schon längst die "Herren" unter sich aufgeteilt. Oder geht es hauptsächlich nur um Aktienpflege? Unmut in der Arbeitnehmerschaft ist auf jeden Fall angesagt. Motivation und Kreativität bleiben auf der Strecke. Das Endprodukt ist mittelmäßig! Jede gescheite mittelständige Agentur würde anders verfahren, weil Missmut und schlechte Motivation der Belegschaft, das Ende bedeutet. Fehlt nur noch der Satz: "Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann auch seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen. ..." Dann sind wir wieder ganz am Anfang...
Frank Behhrendt sagte am 20.11.2008 um 14:58
Erfolgreich bleiben
Sehr geehrter Herr Dr. Brinkmann, ich kann Ihre Sichtweise nicht nachvollziehen. Ein Börsennotiertes Unternehmen schüttet naturgemäß seine Gewinne an die Aktionäre aus. Selbstverständlich wurden auch in guten Jahren dennoch erhebliche Investitionen für neue Produktentwicklungen, die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und vor allem die Aus- und Fortbildung sowie Rekrutierung von Mitarbeitern getätigt. Sonst stände die Gruppe heute nicht so erfolgreich da. Die aktuellen - vorübergehenden - Massnahmen entstammen der kaufmännischen Vernunft und wenn Sie sich in der Welt umschauen, sind wir damit nicht allein. Intelligente Mitarbeiter verstehen die Problematik und arbeiten gemeinsam mit dem Management motiviert daran mit, dass der Erfolg des Unternehmens erhalten bleibt und eben kein mittelmäßiges Endprodukt entsteht. Beste Grüße Frank Behrendt
Dr. Brinkmann sagte am 21.11.2008 um 00:00
Na klar...!
Sehr geehrter Herr Behrendt, aus unternehmerischer Sicht gebe ich Ihnen recht, dass in knapper werdenden Zeiten vorsorglich Massnahmen ergriffen werden, die im Erstfall dann auch zeitnah wirken. Einen "Sparkurs" kann man nicht heute beschließen und morgen wirkt er bereits in vollem Umfang. Das ist ein Prozess... Aber, ...ich bin seit ca. 20 Jahren als selbstständiger Dienstleister für große und kleine Agenturen tätig und mir ist in all den Jahren aufgefallen, dass gerade das "Fußvolk" in den großen Network-Agenturen, also CD`s, AD`s, Texter etc., in den meisten Fällen richtig geackert haben. Kaum einem ist mal ein finanzieller Ausgleich angeboten worden für seine immer wiederkehrenden Nachtschichten und endlosen Überstunden...nicht einmal Freizeitausgleich. Man setzt eine vollkommende Aufopferung voraus. Die allgemeine Motivation für z.B. den nächsten Pitch (auch wenn es ein "SuperKunde" werden würde), hält sich in Grenzen. Für mich bringt die beste Leitung immer ein hochmotiviertes Team mit einer kompetenten Führung. Nur, diese Motivation in der Belegschaft muss im Unternehmen genauso entwickelt und gepflegt werden, wie auf der anderen Seite die Motivation bei den Aktionären. Ich kann nicht immer nur die Sahne abschöpfen und die Aktionäre bedienen und die, die zum Erfolg massgeblich beitragen, vielfach vergessen. Man muss in guten Zeiten die Belegschaft auch am Erfolg beteiligen, nur dann verstehen sie auch den jetzt bei Euch angekündigten "Freeze". Das gilt natürlich nicht nur für die Werbebranche, sondern auch für viele andere Unternehmen, ...gerade aktiennotierte Firmen. Nichts Anderes wollte ich damit sagen... Fröhliche GrüßeWeitere Nachrichten aus Agenturen vom 19.11.2008:
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