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09.09.2011

Meinung

Sinner-Schrader-Manager Laurent Burdin kontert Tonio Kröger mit 4 Gegenthesen


Laurent Burdin, Mobilechef von Sinner Schrader 

Laurent Burdin, Mobilechef von Sinner Schrader

Anfang der Woche stellte DDB-Deutschlandchef Tonio Kröger auf der Medienwoche seine 4 Thesen zum Thema effektive Marketingkommunikation auf. Agenturen, Werbungtreibende und Dienstleister müssten sich schnellstmöglich auf die neue Kommunikationswelt einzustellen. Alles Schnee von gestern und viel zu vage, meint Laurent Burdin, Geschäftsführer von Sinner Schrader Mobile. HORIZONT.NET dokumentiert seine Thesen, die er im Sinner-Schrader-Blog "Fischmarkt" aufgestellt hat.
 
These 1: Die Grenzen in der Kommunikation lösen sich grundlegend auf

Gegenthese 1: Neue Technologien lösen die traditionellen Kommunikationsdisziplinen auf

Es sind die neuen Technologien, die alles ändern. Der Konsument nimmt sie an und hat längst dafür gesorgt, dass die Kommunikationsgrenzen aufgelöst wurden. Er hat eine Fernbedienung oder ein mobiles Gerät dabei und ist online bei jedem Schritt und zu jeder Zeit. Das bringt ganz neue Regeln für effektive Kommunikation. Die erste von ihnen lautet: Entwickele ein spitzes Verständnis für die neuen Technologien und setze sie für Kommunikation ein. Das bedeutet: schnell raus aus der Komfortzone des traditionellen Marketings. Dafür muss man viel Spezialwissen aufbauen und bloß nicht „Werbeagenturen" und „Digitalagenturen" und „Mobile Agenturen" fusionieren, sondern die Spezialisten verstärken.
These 2 : Relevanz wird zum entscheiden Faktor

Gegenthese 2: Moment und Momentum sind entscheidend

Relevanz ist viel zu vage. Menschen reagieren sehr stark auf zwei Faktoren: der Moment und das Momentum. In welchem Moment soll eine Marke mit ihren Kunden kommunizieren? Die Frage muss beantwortet werden, um Botschaften, Medien und Technologien festzulegen und dann Erfolg zu haben. Das Momentum ist die Verstärkung und die Verbreitung dieser Kommunikation. Eine Kommunikation - sei es eine Werbung, eine Website, eine App - funktioniert nie von allein. Es ist die neue Aufgabe des Marketings, den richtigen Mix zu suchen: gutes Angebot am richtigen Moment, Verbreitungselement eingefügt, Mechanismen der sozialen Netzwerke aktiviert und dosiert Massenmedien eingesetzt.
 
These 3: Unternehmen müssen sich auf die gestiegen Macht der Konsumenten einlassen.

Gegenthese 3: Wach bleiben! Konsumenten bejubeln und bestrafen Marken.

Das ist die richtige Einstellung - allerdings nicht neu: Die Konsumenten haben doch längst die Macht übernommen. Okay, sie sind manchmal faul und wechseln doch nicht den Handytarif oder den Girokonto. Sie sind aber auch aktiv und sehr offen für gute, klare und schnelle Kommunikation. Solche Inhalte verbreiten sie gern. Die gelungenen Apps von Marken verwenden sie täglich. Schlechte Ideen bestrafen sie, zum Beispiel bei konstruierten Ideen, langsamen Reaktionen auf Feedback und inaktiven Marken. Also bleiben sie immer wach!
 
These 4: Die Grenzen zwischen Kommunikation und Vertrieb verschwinden

Gegenthese 4: Interaktion ist eine gemeinsame Mission für Kommunikation und Vertrieb

Digitales Marketing und E-Commerce haben längst die Grenze zwischen Vertrieb und Kommunikation verwischt. E-Commerce ist beides: Vertrieb und Kommunikation. Erfolgreiche Retailer im Netz oder im stationären Handel haben es verstanden: In einem Ikea-Store ist alles Kommunikation, bei Tesco ist offline, online und mobile integriert, bei amazon ist der konstante Dialog der rote Faden der Kommunikation. Heute haben Kommunikation und Vertrieb eine gemeinsame Mission, eine einzige Aufgabe: Interaktion mit Kunden.
 
Burdins "Gegengift" zum traditionellen Marketing sei folgendes: Menschen in der U-Bahn beobachten, neue Technologien tatsächlich verstehen, ständige Interaktion mit Kunden pflegen, Disziplinen nicht fusionieren sondern spezialisieren und positiv an Morgen denken.
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (8)
absent55 sagte am 09.09.2011 um 11:59

Wischi-Waschi

Entschuldigung, aber vier Gegenthesen sind das nicht. THESE 1: Zunächst einmal ist schon der Titel der These irreführend. Was Herr Kröger anprangert ist das "Silodenken". Er fordert die Verschmelzung von Klassischer Werbung und Digitalem ? auch wenn er uns nicht verrät wie. Wenn nicht in Kompetenzen, also Personen/Teams, wo und wie dann? (Und darauf abzustellen, dass die Technologien alles ändern, ist viel zu einseitig gedacht. Es ist immer der Mix aus Zielgruppe, Technologie, Produkt und Botschaft [um es kurz zu halten].) THESE 2: "Moment und Momentum". Wow. Nein im Ernst: Mir kommt es wie der Vergleich von Äpfeln und Birnen. Der eine behauptet: "Die Verknüpfung von Story, Medien und Zielgruppe entscheidet."; und der andere sagt: "Nein, wichtig ist, wann wir Werbung schalten." Hä? THESE 3: Ganz böses Faul und gelbe Karte für beide Herren. Wer uns jetzt noch die Tatsache, dass die Zielgruppe interagiert und dadurch Erfolg und Misserfolg einer Marke verstärken kann, kommt, kommt 10 Jahre zu spät. (Apropos: Eine Gegenthese sollte nicht nur damit kommen, dass die These nicht neu ist. Danke. Schön.) THESE 4: Die Meinung von Herrn Kröger ist für mich eigentlich nur die Weiterführung der ersten These: Die Gefahr des Silodenkens ? egal in welchem Bereich. Und an Herrn Burdin sei gerichtet: Kommunikation ist alles. Egal ob digital oder nicht. Und sich dabei auf den E-Commerce bzw. digitales Marketing zu beschränkten, verrät schon den Spezialisten. Zusammenfassend sei angemerkt, dass ? gerade, wenn es um die Aufschlüsselung von komplexen Sachverhalten geht, wie es bei der Entwicklung einer Marken-, Kommunikations- oder Mediastrategie der Fall (sollte), wir uns besser nicht auf Onlinechefs berufen (Entschuldigung). Ich stelle mich hier lieber auf die Seite von Herrn Kröger, dessen Thesen meiner Meinung nach nicht "Schnee von gestern sind" ? z.T. sind es eben Grundprinzipien und haben bestand. Und "vage" ist für mich ein Urteil, dass mir persönlich gefällt. Je vielschichtiger die Zusammenhänge, desto gefährlicher die Pauschalisierung.
eddi sagte am 09.09.2011 um 12:32

Nenn es These, damit es jemand liest?

These: Vermutlich musste sich der arme Kerl mal schnell was aus den Fingern saugen, damit sich die Horizont als Thesenplattform gerieren kann.
Peter Heinlein sagte am 09.09.2011 um 12:42

Thesen ja, aber nicht anti

Kommunikatives Können zeichnet sich nicht nur aus durch schnelle Reaktion, die einzahlt auf die eigene Agenda. Da ist Laurant Burdin ein Profi. Seine Thesen allerdings widersprechen denen Tonio Krögers keineswegs. Ich habe das Panel auf der Medienwoche, zu dem Kröger die Keynote hielt, moderiert. Kröger hat einem Nicht-Werber-Publikum die durch Technologie und die neue digitale Infrastruktur bedingten Veränderungen auch der kommerziellen Kommunikation sowie die daraus resultierenden Herausforderungen und Antworten dargelegt - nicht anders als Burdin das hier macht. Gute Kommunikatoren informieren sich gründlich über die in Frage stehenden Fakten bevor sie agieren. Das ist das Mindeste, was ihre Kunden erwarten können.
Teichi sagte am 09.09.2011 um 12:51

Mhm.

"These 3: Unternehmen müssen sich auf die gestiegen Macht der Konsumenten eingesetzt." Auch eine gute Strategie für Aufmerksamkeit: ich habe den Satz acht Mal gelesen.
Rüdiger Grannemann das konsumentenbüro sagte am 12.09.2011 um 11:49

Relevanz ist nicht vage

Relevanz ist nicht vage! Relevanz ist der Schlüssel zu einer effektiveren und damit auch effizienteren Vermarktung. ?Ist mein Produkt relevant für den Konsumenten? ?Spiegelt die Positionierung diese Relevanz wieder? ?Setzt die Kommunikation die Positionierung in eine relevante Botschaft um? ?Wann ist die Botschaft relevant für den Empfänger? Relevanz ist dass zentrale Konstrukt zur Konvergenz der einzelnen Stufen in der Vermarktung. Das Problem ist leider, dass die gesamte Branche mit dieser Begrifflichkeit nur so um sich schmeißt ohne wirklich zu wissen, was sie mit Relevanz eigentlich meint. Dabei ist es doch gar nicht schwierig das Konstrukt Relevanz zu operationalisieren. Nur wenn ein Produkt, eine Botschaft oder sonstige Maßnahme das Motiv- und Emotionssystem der Konsumenten trifft, ist ist sie für relevant und er ist bereit dafür zu zahlen, die Botschaft wahrzunehmen, sich mit Aktionen auseinanderzusetzen. Motive, Emotionen und situative Verfassungen sind die Konstrukte, die Relevanz definieren. Dass Relevanz vor diesem Hintergrund beileibe nicht vage, sondern wichtiges Planungskriterium ist, zeigen neue ?relevante? Ansätze in der Preispolitik, bei der Positionierung oder in der Mediaplanung. Speziell in der Mediaplanung gilt: Zuerst Relevanz definieren. Dann Erreichbarkeit optimieren. Dann ist auch der Konsument bereit zu zuhören. Die muss Branche endlich anfangen sich auf allen Stufen der Vermarktung ernsthaft mit den qualitativen Erkenntnissen zum Konsumentenverhalten auseinander zu setzen. Dann klappt es auch mit dem Konsumenten, der neuen Technik, dem Marketing, dem Vertrieb.
Tobias sagte am 12.09.2011 um 11:56

Hmm, ja...

Ich sehe da keine Gegenthesen, da hat jemand einfach paraphrasiert...
katja_b sagte am 13.09.2011 um 12:07

Wichtigtuer

Gegenthesen? Hallo???? Wo bitte sind das Gegenthesen? Das ist einfach nur peinliche Wichtigtuerei. Und ganz toll finde ich "Burdins Gegengift zum traditionellen Marketing." Gähn.
Hans Frommig sagte am 05.10.2011 um 21:32

Marketing Bla bla

alles richtig, alles falsch. Die komplexe Welt in drei Thesen abzufassen, zeigt wie eingeschränkt Kröger denkt. Er war und ist immer noch ein Sprücheklopfer.

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