Ruzicka-Prozess beginnt erst 2008
Muss auf Prozesseröffnung warten: Aleksander Ruzicka
Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden geht davon aus, dass der Prozess gegen den ehemaligen
Aegis-Manager
Aleksander Ruzicka und drei weitere Beschuldigte im kommenden Jahr eröffnet wird. Das erklärt
Hartmut Ferse, Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft gegenüber HORIZONT.NET. Nach der Bestätigung des Haftbefehls wegen des dringenden Tatverdachts durch zwei Gerichte gehe es jetzt nur noch um die Terminfindung. "Dieses Jahr wird das nichts mehr, sondern wohl erst im Januar", mutmaßt Ferse.
Diese Einschätzung teilt auch Ruzickas Anwalt
Marcus Traut - mehr aber auch nicht. Nach wie vor bezeichnet Traut die Anklageschrift als "rechtsfehlerhaft". Er bezweifelt, "dass sie dem Gericht in dieser Form vorgelegt werden kann". Nichtsdestotrotz bereite sich sein Mandant bereits "mental auf die Verhandlung vor".
Die Ruzicka-Chronik
Juli 2005: Erste Strafanzeige (anonym)
September 2006: Hausdurchsuchungen bei Aegis Media und bei Aleksander Ruzicka / Ruzicka wird auf eigenen Wunsch beurlaubt / Ermittlungen gegen die Aegis-Mitarbeiter David Linn, Claudia Jackson und Heinrich Kernebeck werden bekannt /
Oktober 2006: Aegis Media gibt die Trennung von Ruzicka in gegenseitigem Einvernehmen bekannt / Ruzicka wird in Wiesbaden verhaftet. / Aegis Media suspendiert Linn, Jackson und Kernebeck
Dezember 2006: Alle Haftbefehle außer gegen Ruzicka außer Vollzug gesetzt
März 2007: Ruzicka sagt erstmals umfassend aus
Juli 2007: Oberlandesgericht Frankfurt lehnt Haftbeschwerde von Ruzicka ab
- Staatsanwaltschaft Wiesbaden legt Anklageschrift vor. Eröffnung des Zwischenverfahrens
September 2007: Ruzicka äußert sich erstmals öffentlich, streitet alle Vorwürfe ab
Oktober 2007: Oberlandesgericht Frankfurt verlängert erneut Untersuchungshaft
November 2007: Aegis Media outet sich als Verfasser der Strafanzeige / Staatsanwaltschaft Wiesbaden rechnet mit Prozesseröffnung im Januar 2008
Zumindest weiß Ruzicka seit Ende voriger Woche, dass die anonymen Anzeigen von seinem damaligen Arbeitgeber Aegis Media stammen. Traut erinnert diese Vorgehensweise an "Stasi-Methoden". So kann Ruzickas Anwalt nicht nachvollziehen, warum ein börsennotiertes Unternehmen erst 14 Monate lang beobachte, was mit den Kundengeldern passiere, und dann Anzeige erstatte. "Dieses Vorgehen ist armselig und nicht professionell", schimpft Traut.
Ruzicka sitzt seit Oktober vorigen Jahres in Untersuchungshaft. Ihm sowie drei seiner Ex-Kollegen wird schwere Untreue vorgeworfen. Sie sollen ihren ehemaligen Arbeitgeber Aegis Media um insgesamt 52 Millionen Euro geprellt haben. Ruzicka streitet die Vorwürfe ab. Vor wenigen Wochen hatte er in einem HORIZONT-Interview erklärt, immer zum Wohle von Aegis Media gehandelt zu haben.
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