Media-Affäre
Ruzicka-Prozess: Verfahrenseröffnung gegen Kernebeck weiter offen
Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) wird nicht wie angekündigt bis Mitte Mai entscheiden, ob gegen Heinrich Kernebeck ein eigenständiges Verfahren eröffnet werden muss. Der einstige Mitbegründer der Wiesbadener Mediaagentur HMS & Carat (heute Aegis Media) soll laut Wiesbadener Staatsanwaltschaft gemeinsam mit den ehemaligen Aegis-Managern Aleksander Ruzicka und David Linn Gelder bei der Agentur veruntreut haben.
Im Gegensatz zu Ruzicka und Linn wurde allerdings die Klageschrift gegen Kernebeck im November 2007 vom Landgericht abgelehnt. Dagegen legte die Wiesbadener Staatsanwaltschaft Beschwerde beim OLG in Frankfurt ein. Da Kernebeck nicht in Untersuchungshaft sitzt, wird das Beschwerdeverfahren laut OLG-Sprecher Ingo Nöhre nicht als eilbedürftig eingestuft. "Es wäre sogar möglich, dass der Ausgang des Prozesses gegen Ruzicka in Wiesbaden abgewartet wird", fügt Nöhre hinzu.
Wann das Hauptverfahren gegen die einstigen Aegis-Manager beendet sein wird, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Der heutige Verhandlungstag brachte jedenfalls keine neuen Erkenntnisse. Befragt wurde eine ehemalige Unit-Direktorin der Aegis-Tochter Vizeum, Susanne S. Sie kümmert sich heute auf Gruppenebene um das Thema Sonderwerbeformen. In ihrer ehemaligen Unit wurde unter anderem der Kunde Ehapa betreut. Diesem Kunden wurden laut Aussage von Susanne S. "ein- oder zweimal" Sonderdeals aus Freispotkontingenten angeboten. Dabei ging es ihrer Erinnerung nach um eine Volumen zwischen 500.000 und 800.000 Euro. mam/ejej
- Agenturen 10. März 2008: Media-Affäre: Kernebeck muss noch bis Mai zittern
- Agenturen 14. Februar 2008: Entscheidung über Kernebeck-Anklage erst Mitte März
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