HORIZONT.NET
22.01.2008

Aegis-Affäre

von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

Ruzicka-Prozess: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bölte und Zoffel / Noch keine Entscheidung über Aussetzung


Ruzicka - Bildergalerie vom Prozess

 Der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen die beiden ehemaligen Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn hat erwartungsgemäß noch keine Entscheidung über eine Aussetzung des Verfahrens gebracht. Das hatte Ruzickas Rechtsanwalt Marcus Traut zum Prozessauftakt vorige Woche beantragt.
 
Die Verteidigung von Linn hatte sich diesem Antrag angeschlossen und ihn heute noch einmal ausführlich mit fehlender Einsicht in wichtige Unterlagen begründet.
 
Die Staatsanwaltschaft hält den Antrag für unbegründet und verweist darauf, dass die Verteidigung Einsicht in alle für den jetzigen Prozess relevanten Unterlagen nehmen konnte. Mit einer Entscheidung des Gerichts, ob der Prozess ausgesetzt wird, ist in der kommenden Woche zu rechnen.
 
In seinen Ausführungen bestätigte Staatsanwalt Jördens, dass ein Ermittlungsverfahren gegen den aktuellen Aegis-Chef Andreas Bölte und den ehemaligen Chef der Agentur Zoffel Hoff (heute: Wunschkind) Reinhard Zoffel läuft. Über den Stand der Ermittlungen und die konkreten Vorwürfe machte er keine Angaben.
 
Ansonsten war der zweite Verhandlungstag geprägt von den Angaben der Angeklagten zu ihrer Person. Ruzicka und Linn schilderten ihren beruflichen Werdegang und wurden dabei auch nach ihren Einkommensverhältnissen befragt. Ruzicka erklärte, dass er derzeit ohne Einkommen sei. Zu seinen früheren Bezügen wollte er vorerst keine Angaben machen. Linn, der heute als freier Berater in der Medien- und Internetbranche tätig ist, erzielte eigenen Angaben zufolge zuletzt ein Jahreseinkommen von 13.000 Euro. Für den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie sorge im Wesentlichen seine Frau. Zu Linns Beratungsprojekten gehörte auch ein Auftrag für eine Auditing-Firma im Mediabereich.
 
Der Prozess wird morgen mit der Befragung der beiden großen TV-Vermarkter fortgesetzt. Sie sollen dem Gericht die Gepflogenheiten beim Verkauf von TV-Werbezeiten erläutern. Für IP Deutschland steht Martin Wolff, Geschäftsleiter kaufmännische Steuerung Rede und Antwort, für Seven-One Media Georg Nitzl, Director Sales Management.

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