Media-Affäre
Ruzicka-Prozess: Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Joachim Lüdeke
Vor der sechsten Strafkammer des Wiesbadener Landgerichts wurde am Montag Vormittag der Prozess gegen die ehemaligen Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn fortgesetzt. Einziger Zeuge des vierten Prozesstages war Joachim Lüdeke von der Kölner Emerson FF. Über diese Barterfirma sollen laut Staatsanwalt Wolf Jördens Scheinrechnungen über mehr als 40 Millionen Euro ausgestellt worden sein.
Vor der Zeugenbefragung wies der vorsitzende Richter Jürgen Bonk den 59-Jährigen darauf hin, dass gegen ihn wegen leichtfertiger Geldwäsche ermittelt werde und er deshalb die Aussage verweigern könne, sofern er sich mit seinen Antworten selbst belasten würde.
Lüdeke und dessen Bonner Anwalt Bernd Müßig zeigten sich jedoch kooperativ und beantworten zumindest "die generellen und abstrakten Fragen" des vorsitzenden Richters.
Im Wesentlichen bestätigte Lüdeke dabei Ruzickas Version der Geschäftsbeziehungen, die von 2002 bis 2006 zwischen Emerson FF sowie Camaco, Watson und Life 2 Solutions bestanden haben sollen. Auf Nachfrage des Richters erklärte Lüdeke zudem, dass er davon ausgegangen war, dass Camaco und Watson "aus dem weitesten Konzernkreis von Aegis stammten und dort konsolidiert waren".
Laut Staatsanwalt Jördens handelt es sich bei Watson und Camaco aber um Scheinfirmen, die lediglich der Wäsche von Freispots aus dem Kontingent von Aegis Media gedient haben sollen. Nach der dreistündigen Befragung wurde Lüdeke aus dem Zeugenstand entlassen. Am Donnerstag wird das Untreueverfahren mit der Befragung von zwei ehemaligen Aegis-Mitarbeiterinnen fortgesetzt.
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