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Media-Affäre

von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

Ruzicka-Prozess: Seven-One Media und IP erläutern Vermarktungssystem


Derzeit befragen die Richter die Vermarkter 

Derzeit befragen die Richter die Vermarkter

Am dritten Verhandlungstag im Ruzicka-Prozess stand die Befragung von Vertretern der beiden großen TV-Vermarkter Seven-One Media und IP Deutschland auf dem Programm.
 
Für die Münchner Werbezeitenvermarkter aus der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe stand Georg Nitzl, Director Sales Management, Rede und Antwort. Für IP war es Martin Wolff, Geschäftsleiter kaufmännische Steuerung.
Bevor die Befragung losgehen konnte gab es zunächst eine Debatte darüber, ob sich Zuhörer im Zuschauerraum Notizen über die Aussagen machen dürfen. Oberstaatsanwalt Wolf Jördens beantragte, allen Zuschauern außer den Journalisten generell das Mitschreiben zu untersagen. Damit sollte verhindert werden, dass schriftliche Informationen an Personen weitergegeben werden, gegen die derzeit noch ermittelt wird oder die als Zeugen in Betracht kommen. Das Gericht entschied, das Mitschreiben im Zuschauerraum zwar nicht generell, aber all jenen Personen zu verbieten, die in das Verfahren involviert sein könnten. Im konkreten Fall galt dies für den Rechtsanwalt von Aegis Media und die Pressesprecherin der Mediaagenturgruppe sowie zwei Anwälte einer namentlich nicht genannten Münchner Firma.
 
Bei der anschließenden Zeugenbefragung wurde das bis 2007 gängige Vermarktungssystem erörtert. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei der Umgang mit Freispotkontingenten. Dabei erklärten die Vermarkter, dass der Einsatz agenturbezogener Freispots allein Sache der Mediaagenturen gewesen sei. Kundenbezogener Freespace musste dagegen an diese weitergereicht werden.
 
Ebenfalls beleuchtet wurde die Geschäftsbeziehung zu sogenannten Barter-Agenturen. Diese arbeiten so, dass sie Produkte und Waren ihrer Kunden verwerten und mit den erzielten Umsätzen Werbezeiten einkaufen, die dann wieder an die Kunden gegeben werden. Am Montag wird die Verhandlung mit der Vernehmung von Joachim Lüdeke, Chef der Bonner Bartering-Gruppe Emerson Trust, fortgesetzt.
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