Werbefestival
21.06.2011
PR Lions: Jung von Matt holt einzigen Löwen in der Sparte
In der Kategorie PR haben die deutschen Agenturen in diesem Jahr kein allzu großes Glück gehabt: Nach vier Löwen im Vorjahr reichte es jetzt nur für eine einzige Trophäe. Immerhin handelt es sich dabei um einen goldenen Löwen. Der Preis geht an Jung von Matt für die Mercedes-Benz-Kampagne „Tramp a Benz".
Die Aktion, bei der ein Künstler quer durch Europa trampte und dabei ausschließlich bei Mercedes-Fahrern einstieg, war sogar im Gespräch für den Grand Prix. Der ging dann aber letztlich nach Australien. Die Kampagne „Break Up" für die National Australia Bank von Clemenger BBDO in Melbourne überzeugte die Jury aufgrund ihrer Komplexität und der Tatsache, dass sie binnen einer Woche in ganz Australien für Gesprächsstoff sorgte.
Heuser erklärt, dass gerade im PR-Bereich Social Media eine zunehmende Rolle spiele, allerdings zum Teil völlig überinterpretiert werde, was die Nachhaltigkeit betrifft. Ein Beispiel, wo Social Media hingegen exzellent genutzt wurde, sei die mit Gold prämierte Aids-Awareness-Kampagne „Digital Death" von TBWA/Chiat/Day in New York, bei der Promis auf Facebook ihren virtuellen Tod inszeniert hatten.
Insgesamt stehen in diesem Jahr wieder verstärkt Werbeagenturen auf dem Siegertreppchen. Das liege allerdings vornehmlich daran, dass noch immer viel mehr klassische Werber bei diesem Wettbewerb mitmachen als PR-Spezialisten. „Die PR-Agenturen haben Cannes immer noch nicht auf dem Radar", glaubt Heuser. Seiner Meinung nach sollte sich das schleunigst ändern: „Die Qualität ist hier sehr hoch - insbesondere zu anderen, reinen PR-Wettbewerben. Hier werden ganz andere Benchmarks gesetzt. Deshalb halte ich die PR-Lions für immens wichtig für die Branche." Seinen Konkurrenten aus den Werbeagenturen bescheinigt er, dass sie inzwischen gelernt haben, PR als nachhaltiges Instrument zur Markenbildung zu sehen - und nicht mehr „nur" als preiswerten Ersatz für teure Mediaspendings. „Ich bin nicht traurig, dass hier so viele Werbeagenturen gewonnen haben. Unser Verhältnis ist entspannt und von gegenseitigem Respekt geprägt". Außerdem würden die Grenzen zwischen den Disziplinen und Mediakanälen ohnehin mehr und mehr verschwimmen, ergänzt Jurypräsident Senay. bu
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