Deutscher Medienkongress
17.01.2011
Ogilvy-Chef Thomas Strerath: "Ich habe Angst vor der Vergütungsdiskussion"
Wie sieht ein zeitgemäßes Vergütungsmodell für Agenturen aus? Unter anderem über diese Frage redeten Ogilvy-Chef Thomas Strerath, Audi-Marketer Lothar Korn, Coca-Cola-Mann Michael Willeke und Allianz-Manager Christian Deuringer unter Moderation von JvM-Chef Peter Figge beim Agentur-Gipfel im Rahmen des Deutschen Medienkongresses 2011 in Frankfurt.
Dabei wies Ogilvy-CEO Strerath darauf hin, dass es zunächst die Aufgabe der Agenturen sei, aus ihrer eigenen Marke heraus ein Preispremium zu erzielen. "Wem das nicht gelingt, dem hilft auch kein Vergütungsmodell", so Strerath. In diesem Zusammenhang kritisierte er einmal mehr das Verhalten einiger Agenturen, ihre Leistungen schon im Pitch kostenlos anzubieten.
Die Kunden forderte er auf, sich genau zu überlegen, ob es dazu kommen soll. Er selbst favorisiere ein Modell, bei dem es - ähnlich wie im Schiffsbau - einzelne Phasen der Arbeit gebe, die dann enstprechend vergütet werden müssten. Strerath zufolge erzielt seine Agentur heute nicht einmal mehr 50 Prozent der Gewinne mit Kampagnenarbeit. Der Großteil der Einnahmen komme aus Bereichen, die nichts mehr mit der konkreten Entwicklung einer Werbekampagne zu tun hätten. Zunehmend würden Aufgaben übernommen, die hohes prozessuales und technisches Know-how erfordern.
Die Kunden, vor allem Coke-Marketer Michael Willeke, zeigten sich eher skeptisch in Bezug auf das von Strerath skizzierte Vergütungsmodell. Er appellierte vor allem an die Kooperations- und Innovationsbereitschaft der Dienstleister. Wer als Agentur bereit sei, in Innovationen zu investieren, der profitiere hinterher auch finanziell davon. Denn die Kunden seien durchaus bereit, für konkrete und nutzenbringende Innovationen der Agenturen zu bezahlen.
Gleichzeitig forderte er die Agenturen zu mehr unternehmerischer Denkweise auch für ihre Auftraggeber auf. "Agenturen müssen die Budgetgrenzen kennen und respektieren", so Willeke. In Sachen Vergütung erteilte er erneut einem Modell, das auf Arbeitszeit basiert, eine Absage. "Es geht um den Output, nicht um die Zeit, die dafür investiert wurde", sagt Willeke. Coca-Cola hatte im Jahr 2009 mit einem solchen Ansatz international Schlagzeilen gemacht.
Auch Audi-Mann Korn und Allianz-Marketer Deuringer appellierten vor allem an die Kooperationsbereitschaft der Agenturen. Dabei sei man weniger daran interessiert, wie die Agenturen sich intern aufstellen - und Verteiliungskämpfe mit anderen beteiligten Dienstleistern ausfechten. Korn: "Wir bezahlen nicht dafür, dass erst mal geguckt wird, wer eigentlich mit wem zusammenarbeiten will." mam
Kommentare
Nachrichten
Alle Nachrichten
User-Empfehlungen
Kreation
Kreation
Die meist geklickten Kampagnen der letzten 30 Tage:
Kreation des Monats
Auf HORIZONT.NET wird zwölfmal im Jahr die Kreation des Monats gekürt. Anders als bei traditionellen Awards entscheidet keine aus Experten zusammengesetzte Jury über die Werbekampagnen, sondern die HORIZONT.NET-Nutzer selbst. Diese können jeweils für ihren Favoriten abstimmen. Zur Abstimmung
HORIZONTJobs
Aktuelle Etats
Kreationsnewsletter
Der HORIZONT.NET Kreationsnewsletter
Der wochentägliche Newsletter HORIZONT.NET Kreation bietet Kreativen, Mediaplanern und Marketern neben den aktuellsten Kampagnen auch interessante Marktdaten wie den Branchencheck und die Werbeinsel des Tages.
Das bietet der Kreationsnewsletter
Jetzt bestellen
Der wochentägliche Newsletter HORIZONT.NET Kreation bietet Kreativen, Mediaplanern und Marketern neben den aktuellsten Kampagnen auch interessante Marktdaten wie den Branchencheck und die Werbeinsel des Tages.
Das bietet der Kreationsnewsletter
Jetzt bestellen
Agenturprofile
HORIZONT auf Facebook












