Mediasystem
OMG beendet Verbandsgespräche über das Mediasystem
Die Organisation der Mediaagenturen im GWA (OMG) zieht sich aus den Gesprächen mit der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), dem Verlegerverband VDZ und der Agenturgruppe Group M zurück. Begründung: Bedenken des Kartellamts.
"Das Kartellamt warnt vor Verhandlungen zwischen den beiden Verbänden., da es sich bei den Mitgliedern beider Organisationen um Wettbewerber handelt. Deshalb werden wir die Gespräche nicht fortsetzen", erklärt OMG-Geschäftsführer und Sprecher Werner Bitz. Eine entsprechende Benachrichtigung ist der OWM bereits zugestellt worden.
Deren Geschäftsführer Joachim Schütz nimmt die Absage gelassen auf. "Ich finde das bedauerlich, wir sind aber weiterhin gesprächsbereit." Schütz will nun mit der OMG klären, in welche Richtung die Bedenken genau gehen. Denn Gespräche über den ordnungspolitischen Rahmen des Mediasystems sind aus seiner Sicht nach wie vor möglich. Anders würde es aussehen, wenn es um konkrete Angebotsformen, Tarifmodelle und Preise ginge. "Solche Fragen können wir in der Tat nicht auf Verbandsebene klären", sagt Schütz. Dies sei aber auch nie das Ziel der OWM gewesen.
Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Gespräche noch einmal aufgenommen werden. Der Dialog litt ohnehin von Beginn an unter der Schwäche, dass die TV-Vermarkter nicht mit am Tisch saßen. Sie hatten ihr Fernblieben frühzeitig mit kartellrechtlichen Bedenken begründet. Erschwerend kam hinzu, dass gegen die Chefs der beiden großen TV-Vermarkter wegen Bestechung ermittelt wird. In diesem Zusammenhang könnten demnächst auch Ermittlungen gegen einige Mediaagenturen aufgenommen werden. Der Vorwurf, dem sie sich eventuell stellen müssen, lautet Bestechlichkeit.
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