HORIZONT.NET
12.11.2007

Internet-Hype

von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

Maurice Lévy warnt vor Online-Blase


Warnt vor übertriebenen Erwartungen: Maurice Lévy 

Warnt vor übertriebenen Erwartungen: Maurice Lévy

Publicis-Chef Maurice Lévy hat davor gewarnt, das Potenzial im Bereich der Online-Werbung zu überschätzen. Zu viele Geschäftsmodelle neuer Anbieter seien darauf ausgerichtet, sich über Werbung im Internet zu finanzieren. "Heute glaubt jeder, der ein Web-2.0-Angebot aufbaut, dass er Werbung bekommen wird", sagte Lévy beim Monaco Media Forum Ende voriger Woche. Es sei aber nicht genügend Geld für alle da. Die Situation erinnere an die Dotcom-Blase Ende der 90er Jahre.
 

Gleichzeitig unterstreicht Lévy, dass Online-Werbung weiterhin stark zulegen werde - auf Kosten anderer Kommunikationskanäle. Um von diesem Wachstum zu profitieren, hat Publicis Ende 2006 die US-Online-Agentur Digitas für rund 1,3 Milliarden Dollar gekauft.

Maurice Lévy: Heute glaubt jeder, der ein Web-2.0-Angebot aufbaut, dass er Werbung bekommen wird

Damit ist die französische Werbeholding vergleichsweise spät im größeren Rahmen in dieses Geschäft eingestiegen. Wettbewerber wie WPP und Omnicom sind schon länger mit einem umfangreichen Angebot im Online-Bereich am Markt.
 

Besserwisser aus Frankreich

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn ausgerechnet Maurice Lévy vor der nächsten Internet-Blase warnt. Jahrelang hat der sonst so geschäftstüchtige Publicis-Chef das Internet links liegen gelassen, dann für sehr teuer Geld das US-Network Digitas übernommen. Nun spielt Spätzünder Lévy den Besserwisser - das hätte er sich sparen können. vs

Die bislang in den USA, Großbritannien, Frankreich und China vertretene Agentur Digitas soll auch in Deutschland an den Start gehen. Darüber hinaus ist geplant, die Online-Aktivitäten der Stammagentur unter der Marke Publicis Modem zu bündeln.


Leser-Kommentare zu diesem Artikel (2)
Hainer sagte am 12.11.2007 um 17:28

Was solls?

So ganz verstehe ich den Kommentar nicht: Darf Levy nix zum Thema sagen, njur weil er ein bisschen spät dran ist mit seinen eigenen Web-Aktivitäten? Oder sollte man auch Agenturbossen nicht zugestehen, dass sie durchaus "lernfähig" sind?
Volker Schütz sagte am 13.11.2007 um 09:21

Maurice Lévy

Natürlich kann Herr Lévy sagen und schreiben, was er möchte. Was mich nur verwundert hat: Jahrelang hat Publicis sich in Sachen Internet nicht gerührt. Dann kauft die Agentur für - wie viele meinen - zu viel Geld ein Online-Network. Und jetzt wird vor einer Blase gewarnt. Das passt irgendwie nicht zusammen.

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