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Auftritt des Tages

von Bärbel Unckrich,
Redakteurin Agenturen / beef

Kolle Rebbe unterstützt Musiker Sven Helbig mit bildgewaltiger Kampagne


Die Hamburger Kreativagentur Kolle Rebbe wagt sich erstmals an die Vermarktung eines musikalischen Solokünstlers. Das Team um Executive Creative Director Sascha Hanke hat eine aufmerksamkeitsstarke Kampagne zur Einführung des Debütalbums von Sven Helbig realisiert.

 
Szene aus dem Film: "Classical Music Reborn" 

Szene aus dem Film: "Classical Music Reborn"

Der Künstler wirkte bis dato vornehmlich im Hintergrund und hat sich als Produzent, Komponist und Arrangeur für Musiker wie Rammstein, Pet Shop Boys, Snoop Dogg und das Fauré Quartett einen Namen gemacht. Mit seinen „Pocket Symphonies“, die zusammen mit dem Fauré Quartett, Dirigent Kristjan Järvi und dem MDR Sinfonieorchester entstanden sind, tritt Helbig nun selbst ins Rampenlicht. Er will mit seinem Werk einerseits neue Zielgruppen für klassische Musik begeistern, andererseits die etablierte Szene aufmischen, in dem er seine Werke im Pop-Format präsentiert – soll heißen: Keines der Stücke ist länger als vier Minuten.
Key Visual der Kampagne (Foto: Kolle Rebbe) 

Key Visual der Kampagne (Foto: Kolle Rebbe)

„Manche Feuilletonisten werden aufschreien, weil sie das als Vergewaltigung klassischer Musik empfinden“, erläutert Hanke. Seine Agentur und der Künstler trotzen der Kritik mit einem eigenwilligen Key Visual, das sich durch die gesamte Vermarktungskampagne der CD zieht: Es zeigt einen Stinkefinger, der aus Klaviertasten geformt ist. Das ist aber erst der Beginn der Provokation: Für noch mehr Aufmerksamkeit soll ein 60-sekündiger Film sorgen, der auf dramatische Weise die Geburt der „neuen Klassik“ versinnbildlicht. Schauplatz des Films ist ein Kreißsaal, in dem die „alte Klassik“ unter Aufbietung all ihrer Kräfte ein Kind gebärt. Unterstützt wird sie dabei von Orchestermusikern, die den Geburtsvorgang mit ihren Instrumenten begleiten. Das Baby, das die erschöpfte Mutter am Ende glücklich in den Armen hält, steht für die „neue Klassik“ und damit den Stil, den Helbig repräsentiert: „Wenn wir klassische Musikkultur in die Zukunft führen wollen, ist es unsere Aufgabe, neues Repertoire zu schaffen“, erklärt der Künstler. „Neue klassische Musik, die auf den Schultern der Meister steht und zugleich eine frische und eigenwillige Form wählt, um auf heutige Weise und in den heutigen Kanälen gehört zu werden.“
 
Sascha Hanke mit Sven Helbig (r.) (Foto: Kolle Rebbe) 

Sascha Hanke mit Sven Helbig (r.) (Foto: Kolle Rebbe)

Bei der Realisierung des 60-Sekünders, der primär online eingesetzt werden soll, wurde Kolle Rebbe von der Produktionsfirma Czar unterstützt. Regie führte Kai Schonrath. Neben dem Film hat Kolle Rebbe das Corporate Design der Facebook-Fanpage mit dem bereits erwähnten Key Visual entwickelt. Dazu soll es auch Merchandising-Produkte geben.
 
Ein großes Budget stand für den gesamten Auftritt nicht zur Verfügung. Dafür hatten die Kreativen weitestgehend freie Hand bei der Umsetzung. Helbig-Manager Christoph Becker sagt: „Es gab zwar durchaus harte Auseinandersetzungen zwischen uns und der Agentur, aber dabei ging es immer nur um die kreativen Inhalte. Grundsätzlich haben wir Kolle Rebbe großen Spielraum gelassen.“ Becker betont, dass man bereits in einem sehr frühen Stadium mit Kolle Rebbe kooperiert und ein konstanter Austausch stattgefunden habe. Im Musikgeschäft eher eine Seltenheit, wie Hanke betont: „Die Branche ist prädestiniert für großartige Kommunikation. Aber es gibt dahingehend kaum Kompetenzen in Deutschland. Vermutlich locken hier keine Millionenbudgets, aber die Aufgaben sind wahnsinnig spannend.“ bu
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