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05.01.2012
"Katastrophales Krisenmanagement": Wie PR-Experten die Kommunikation des Bundespräsidenten bewerten
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05.01.2012
Die PR-Experten gehen mit dem Bundespräsidenten teils hart ins Gericht. Karl-Heinz Heuser, CEO bei Burson-Marsteller Deutschland, glaubt zwar, dass Wulff - sofern er keine weiteren Fehler mehr macht - die Affäre politisch überleben wird. Das Krisenmanagement Wulffs sei allerdings "katastrophal" - und die ganze Diskussion und auch das Verhalten Wulffs "eines Bundespräsidenten unwürdig". "Er hat das Amt mit seinen taktischen Spielereien und juristischen Winkelzügen beschädigt", krisitiert Heuser.
Ähnlich sieht das Marco Pfohl, Niederlassungsleiter bei Möller Horcher Public Relations, Offenbach: "Es war ein wichtiger Schritt, vor eine große Öffentlichkeit zu treten und seine Sicht der Dinge darzustellen", sagt Pfohl. Klaus Dittko, Partner und Vorstand der Scholz & Friends Group, glaubt hingegen, dass das TV-Interview auch neue Fragen aufgeworfen hat, die den Druck auf Wulff jetzt sogar noch erhöhen könnten: "Wollte er den Bild-Bericht mit Drohungen unterbinden, oder hat er nur um einen eintägigen Aufschub gebeten? Hat sein Kredit bei der BW-Bank vollkommen übliche Konditionen? Neue Unklarheiten sind entstanden. Deshalb wird die Debatte weiter gehen", glaubt Dittko.
Weitestgehend einig sind sich die befragten PR-Experten darin, dass sich Wulff keine weiteren Fehltritte mehr erlauben darf. "Sollte sich zum Beispiel eine wesentliche Aussage des Interviews als falsch erweisen, wäre das Vertrauen wohl endgültig verspielt", glaubt Scholz & Friends-Manager Dittko. Auch Ketchum Pleon-Boss Popp hält die Krise noch nicht für ausgestanden: "Es ist weiterhin sehr schwierig für ihn. Entscheidend werden die nächsten Tage sein." mas
Für die ausführlichen Antworten von Klaus Dittko, Karl-Heinz Heuser, Dirk Popp und Marco Pfohl bitte umblättern
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