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Grey-Chef Dickjan Poppema: "Der Markenkern wurde verwssert"


von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

Dickjan Poppema (Foto: Susanne Gnther) 

Dickjan Poppema (Foto: Susanne Gnther)

Seit Anfang dieser Woche ist Dickjan Poppema Chef der deutschen Grey-Gruppe. Er lste den bisherigen CEO Uli Veigel ab. In seinem ersten Interview nach Amtsbernahme erklrt der 49-jhrige Poppema, warum er sich fr den Job interessiert, welche Spielrume er gegenber der Europa-Zentrale in London hatund wie er Grey auf Vordermann bringen will.

 

"Der Markenkern wurde verwssert"

Herr Poppema, vor Ihrem schon lnger beendeten Engagement fr Wensauer & Partner haben Sie gesagt, Sie freuen sich ber den Gestaltungsspielraum in einer Inhaberagentur. Woher rhrt Ihr Sinneswandel, nun doch wieder in ein Network zu gehen?
Wensauer ist nicht optimal gelaufen, das ist hinlnglich bekannt. Ich mchte keine schmutzige Wsche waschen, aber ich habe gesehen, dass die Professionalitt in einer Inhaberagentur nicht immer die gleiche ist wie in einem Network. Auerdem fehlte mir die Internationalitt. Insofern hat es tatschlich einen Sinneswandel bei mir gegeben. Mich reizt die Managementaufgabe. Es geht darum, ein Stck deutsche Werbegeschichte weiter voranzubringen.
Aber ist der von Ihnen erwhnte Gestaltungsspielraum in einem Network nicht viel kleiner? Angesichts der Verfassung, in der Grey derzeit ist, drften Sie doch stndig die Finanzleute aus der Europazentrale im Nacken haben.
Ich habe nichts gegen Zahlen und kann gut mit ihnen umgehen. Ich finde sogar, dass eine Agentur wie Grey unbedingt auch anhand von Zahlen gefhrt werden muss. Anders geht es gar nicht.
 
Das drften Ihre Chefs gern hren.
Moment! Die treibende Kraft mssen immer die Inhalte, also berzeugende Arbeit fr die Kunden, sein. Zufriedene Kunden allokieren mehr Aufgaben bei einer Agentur als unzufriedene. Das ist gut frs Geschft. Im brigen habe ich nicht dasGefhl, dass die Erwartungshaltung in London unredlich ist. Die Kollegen wissen sehr wohl, dass der Turnaround bei Grey nicht in einem Jahr zu schaffen ist.
 
Sondern?
Wir haben uns vorgenommen, dass sich nach 18 bis 24 Monaten sprbar etwas getan haben soll.
 

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Sie sprechen von Turnaround. Konnten Sie sich bereits ein Bild von den Zahlen machen?
Ja, das konnte ich. Und ich habe gesehen, dass es Optimierungspotenzial bei Umsatz und Profitabilitt gibt. Dieses Potenzial gilt es zu finden und richtig auszusteuern.
 
Heit das, Sie mssen auf die Kostenbremse treten und Mitarbeiter entlassen?
Nein, das heit es nicht. Wir wollen wachsen. Natrlich mssen wir auch die Kosten im Blick behalten. Aber allein mit Kostenmanagement erzeugt man keine Dynamik.
 
Wie wollen Sie denn fr Wachstum sorgen?
Indem wir wieder in den Vordergrund stellen, wofr unsere Marke steht. Grey ist eins der wenigen Networks, die einen klaren "Reason for Being" haben: Die Agentur steht fr Strategic Excellence. Das ist unser Markenkern. Dazu passt der Slogan "famously effective". Leider ist das in den vergangenen Jahren zu wenig beachtet worden. Der Markenkern wurde verwssert. Nicht alles, was als Ziel ausgerufen wurde, htte eins sein sollen.
 
Interview: Mehrdad Amirkhizi
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