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09.03.2010

Prognose

GWA-Frühjahrsmonitor: Die Werbebranche ist auf Erholungskurs


Rechnet mit einer Erholung der Märkte: GWA-Präsident Peter John Mahrenholz 

Rechnet mit einer Erholung der Märkte: GWA-Präsident Peter John Mahrenholz

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA stellt in Frankfurt den Frühjahrs-Monitor vor. Der Verband rechnet damit, dass sich die Umsätze der Werbebranche 2010 erholen werden. Nach einem Umsatzminus von fünf Prozent im Vorjahr prognostiziert er für die Werbe- und Kommunikationsagenturen ein Wachstum von drei Prozent.
 
Auch die Rendite-Entwicklung bei den Mitgliedsagenturen verläuft laut GWA nach einem Einbruch von durchschnittlich fast 27 Prozent 2009 wieder positiv und soll sich am Jahresende bei einem Plus von 16,5 Prozent befinden. "Agenturen haben eine wichtige Rolle im Marketingprozess und brauchen eine solide wirtschaftliche Basis um strategisch und kreativ ein hohes Niveau zu halten. Das gilt angesichts der steigenden Komplexität der Märkte immer mehr. Nur mit Investitionen, beispielsweise in Top-Talente, können Agenturen auch in Zukunft ihre maßgebliche Rolle zwischen Marke und Konsument ausfüllen", sagt GWA-Präsident Peter John Mahrenholz, CEO von Draft FCB Deutschland.
Der GWA-Monitor ist eine halbjährlich stattfindende Befragung der führenden deutschen Werbe- und Kommunikationsagenturen. Durch ihn werden Geschäfts-, Kosten- und Rendite-Entwicklung der Agenturen und der Branche sowie Sonderthemen abgefragt. Die Ergebnisse können für die Werbebranche als repräsentativ gelten: Der GWA deckt mehr als 80 Prozent des relevanten Agenturmarktes ab.
 
Der Kostendruck auf die Agenturen war 2009 höher denn je. So geben rund 90 Prozent aller befragten GWA Agenturen an, dass der Kostendruck im Vergleich zu 2008 weiter gestiegen sei. In der vergangenen Rezession 2002 lag dieser Wert bei 77 Prozent. Zwei Drittel der Befragten erwarten für das laufende Geschäftsjahr sogar einen weiteren Anstieg. Nur fünf Prozent geben an, dass der Kostendruck 2010 abnehmen wird.
 
Die stärksten Signale 2010 in Marketing-Kommunikation zu investieren erhalten die GWA Agenturen aus der Energie- und Internetwirtschaft sowie von Finanzdienstleistern. Eher schwache Signale kommen aus der Bauindustrie, der Logistik- und der Textilbranche.
 

Fast die Hälfte des Umsatzes der Werbe- und Kommunikationsagenturen basiert auf Projekthonoraren, nur noch 15 Prozent auf Media-Provisionen. Beinahe genauso oft werden Agenturen nach Arbeitsumfang (Scope of Work) vergütet. Der Anteil erfolgsabhängiger Vergütung beträgt insgesamt acht Prozent.
 
Die Automobilindustrie war 2009 der größte Umsatzgarant der Agenturbranche. Ihr Anteil am Gesamtumsatz der Agenturen beträgt durchschnittlich 16 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Nahrungs- und Genussmittelbranche mit elf und der Einzelhandel mit acht Prozent. Für 2010 erwarten die Agenturen ein ähnliches Bild.
 
Betriebsbedingte Kündigungen mußten mehr als die Hälfte aller befragten Werbe- und Kommunikationsagenturen vornehmen, 43 Prozent haben aber auch neue Mitarbeiter eingestellt. Kurzarbeit haben 28 Prozent der befragten Agenturen genutzt. Für 2010 erwartet nur noch ein Viertel der Agenturen betriebsbedingte Kündigungen. Mehr als die Hälfte will hingegen wieder Personal einstellen. nk
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (1)
Tom sagte am 09.03.2010 um 17:11

Ätsch!

An den Media-Provisionen haben die Agenturen ja indirekt selbst gesägt. Wer die TKP-Preise so massiv drückt, bekommt unterm Strich und nach einiger Zeit auch weniger AE. So ist das nunmal. Ätsch! Mal im Ernst: Wenn Agenturen dem Kunden echten Mehrwert bieten, ist alles nur halb so dramatisch. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen.

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